Tunnel auf A71 gesperrt: Fast 300 Einsatzkräfte vor Ort - was ist da passiert?

Von Sarah Knorr

Suhl - In Südthüringen haben Retter am Wochenende den Ernstfall geprobt. Bei der Übung wurde ein Unfall mit vielen Verletzten simuliert.

Im Tunnel Berg Bock auf der A71 wurde am Wochenende der Ernstfall geprobt. (Archivbild)  © Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa

Das fingierte Szenario sah rund 80 Menschen mit unterschiedlichen Verletzungen im Autobahntunnel Berg Bock vor, erklärte Chris Hermann von der Berufsfeuerwehr Suhl. Dafür wurde der Tunnel auf der A71 bei Zella-Mehlis am Samstag von 12 Uhr bis 19 Uhr für den Verkehr gesperrt.

21 der Verletzten wurden den Angaben nach von echten Darstellern gespielt - die weiteren wurden durch Verkehrskegel dargestellt. Im Mittelpunkt der Übung stand die Rettung vor Ort inklusive Priorisierung nach Grad der Verletzungen sowie der Transport der "verwundeten" Personen und deren medizinische Versorgung im SRH Zentralklinikum Suhl.

"Der Übungsablauf an sich hat super geklappt", erklärte Hermann. Jedoch könnte die Kommunikation zwischen der Einsatzleitung und der Einsatzstelle der Klinik besser laufen, sagte er. Bei gewissen Meldewegen sei es dadurch zu Verzögerungen gekommen.

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Im Nachgang soll nun ausgewertet, woran genau die Probleme lagen und wie diese künftig verbessert werden könnten.

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Abläufe auch im Krankenhaus simuliert

Auch der Transport der "Verletzten" ins Krankenhaus wurde simuliert. (Symbolfoto)  © 123RF/bwylezich

Bei der Übung sei nur ein Teilbereich des Transportes geübt worden, da auch der normale Tagesablauf der Einsatzkräfte gewährleistetet werden müsse, erklärte der Sprecher. Rund 280 Einsatzkräfte waren demnach bei der Übung vor Ort, hinzu käme noch etliches Personal im Krankenhaus.

Auch im Klinikum wurden die entsprechenden Abläufe trainiert. Dort wurden die Patienten anhand der Schwere ihrer Verletzungen priorisiert und behandelt. Die Abläufe seien "Hand in Hand" gelaufen, teilte Klinikumssprecher Christian Jacob mit.

Während der Übung lief der Betrieb in der Notaufnahme jedoch normal weiter, betonte er. Dabei hatten die richtigen Patienten Vorrang. Es sei jedoch möglich, dass es aufgrund der Übung zu teils etwas längeren Wartezeiten kam.

Die Übung ist nicht die Erste in diesem Jahr in Thüringen. Zu Diskussionen hatte eine Rettungsübung im August im Ilm-Kreis geführt. Bei dem Übungseinsatz an einem brennenden ICE in einem Tunnel waren erhebliche Schwachstellen in der Melde- und Alarmierungskette offengelegt worden.

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