Vier Straftäter aus Thüringen nach Kabul abgeschoben
Von Annett Gehler
Erfurt - Aus Thüringen sind laut dem Migrationsministerium vier ausreisepflichtige Straftäter nach Afghanistan abgeschoben worden.
Der Freistaat habe sich damit in der vergangenen Nacht an der Sammelabschiebung beteiligt, bei der insgesamt 22 ausreisepflichtige Afghanen mit einem Charterflugzeug von Leipzig/Halle nach Kabul geflogen wurden.
"Damit setzt Thüringen gemeinsam mit dem Bund seine konsequente Rückführungspolitik fort", erklärte Migrationsministerin Beate Meißner (CDU).
Die vier aus dem Freistaat abgeschobenen Männer waren den Angaben nach teilweise über Jahre hinweg mit einer Vielzahl von Straftaten aufgefallen. Das Spektrum reiche von einfachen Körperverletzungs- und kleineren Vermögensdelikten bis hin zu gefährlicher Körperverletzung, versuchtem Raub, besonders schwerer räuberischer Erpressung und Vergewaltigung. In einem Fall hätten sich rund 30 Verfahren angesammelt.
Für die Abschiebung mussten nach Angaben des Ministeriums kurzfristig zusätzliche Haftplätze organisiert werden, da die Abschiebungshafteinrichtung in Arnstadt vollständig belegt gewesen sei. Beteiligt waren demnach unter anderem das Thüringer Landesverwaltungsamt, die zuständigen Ausländerbehörden, die Thüringer Polizei, eine Staatsanwaltschaft sowie das Thüringer Ministerium für Justiz, Migration und Verbraucherschutz.
"Abschiebungen sind hochkomplexe Verfahren, die von vielen Behörden vorbereitet und innerhalb kürzester Zeit umgesetzt werden müssen", so Meißner.
Titelfoto: Sebastian Willnow/dpa
