Hollywood-Kulisse: Neuer Kinofilm "The Uprising" mit Andrew Garfield komplett in Deutschland gedreht

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Von Irena Güttel

Nürnberg - Die Nürnberger Altstadt kommt groß raus im Kino - allerdings ist sie im Historienfilm "The Uprising - Für die Freiheit" als solche nicht zu erkennen, denn dieser spielt eigentlich in England.

Andrew Garfield als "Ploughman" in einer Szene des Films "The Uprising - Für die Freiheit" (undatierte Filmszene).
Andrew Garfield als "Ploughman" in einer Szene des Films "The Uprising - Für die Freiheit" (undatierte Filmszene).  © Betina La Plante/Courtesy Of Focus Features/Leonine/dpa

Gedreht wurde er aber vor etwa einem Jahr komplett in Bayern: hauptsächlich in Nürnberg und den Penzing Studios bei München, zudem in Bad Windsheim und in Lichtenau.

Noch heute schwärmen Regisseur Paul Greengrass (71, "Jason Bourne"), Hauptdarsteller Andrew Garfield (43, "Spider-Man: No Way Home") und die vielen Menschen an den Drehorten von den Filmarbeiten - auch wenn dadurch tagelang Ausnahmezustand herrschte. 

"Am Anfang ging es nur um eine Kirche und um maximal zwei Drehtage", sagte Berlind Bernemann, Filmbeauftragte der Stadt Nürnberg. Am Ende seien es zwölf Drehtage an mehreren Orten in der Altstadt geworden. Vor allem Nürnbergs älteste Pfarrkirche St. Sebald taucht in etlichen Szenen auf. "Ich glaube, Paul Greengrass war einfach schockverliebt in die Sebalduskirche", erzählte Pfarrer Martin Brons.

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Mal habe diese als Kathedrale von Canterbury, mal als Schloss Windsor, mal als Schlafgemach des Königs, mal als Schreibstube gedient. 

Dreharbeiten in Nürnberg: Film-Team wusste, wo jede einzelne Kerze hingehört

Blick auf die Kirche St. Sebald (l., Sebalduskirche) und die Kaiserburg (hinten Mitte) über die Dächer der Nürnberger Altstadt.
Blick auf die Kirche St. Sebald (l., Sebalduskirche) und die Kaiserburg (hinten Mitte) über die Dächer der Nürnberger Altstadt.  © Daniel Karmann/dpa

Dafür seien auch die Kirchenbänke und anderes Inventar ausgeräumt worden, erinnerte sich Brons. Doch das Team sei sehr professionell gewesen. Da habe jeder gewusst, wo jede einzelne Kerze hingehöre, sodass am nächsten Morgen trotz Dreharbeiten bis zum späten Abend alles für den Gottesdienst zurück auf seinen Platz gewesen sei.

Es sei auch nichts umgebaut worden, erläuterte der deutsche Produzent Philipp Kreuzer. "Wo wir Räume erweitern mussten, geschah das digital, immer aufbauend auf dem, was real vor der Kamera stand." In einer Szene ist Brons auch selbst als Statist kurz zu sehen. Die Dreharbeiten dafür hätten mehrere Stunden an zwei Tagen gedauert, sagte er. "Daran merkt man, welches Ausmaß ein solcher Film hat."

5000 Komparsen waren laut dem Filmfernsehfonds Bayern im Einsatz, insgesamt 50 Drehtage gab es. Einige davon im Fränkischen Freilandmuseum in Bad Windsheim, dessen historische Gebäude im Film zu englischen Bauerndörfern mit 200 Darstellerinnen und Darstellern wurden.

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"Natürlich schluckt man als Museum erstmal, wenn so eine Riesenproduktion kommt", erzählte Sprecherin Lisa Baluschek. "Zum Glück lief das ja ganz gesittet ab." Das Filmteam sei auf alle Wünsche und Bedenken eingegangen, der Umgang sei sehr wertschätzend gewesen.

Trailer zu "The Uprising - Für die Freiheit" mit Andrew Garfield und Jamie Bell

Schauspieler und Regisseur schwärmen von toller Zeit in Bayern

Regisseur Paul Greengrass (71, l.) und Schauspieler Cosmo Jarvis (37) während der Dreharbeiten zu "The Uprising - Für die Freiheit".
Regisseur Paul Greengrass (71, l.) und Schauspieler Cosmo Jarvis (37) während der Dreharbeiten zu "The Uprising - Für die Freiheit".  © Betina La Plante/Focus Features/Leonine/dpa

Auch Hauptdarsteller Garfield (43) schwärmte in einem Interview mit dem US-Branchenmagazin "Deadline" von den Dreharbeiten. "Ehrlich gesagt war es wunderbar, in Deutschland, in Bayern zu drehen. Wir hatten eine wirklich tolle Zeit mit einem großartigen deutschen Team und einigen Leuten aus Budapest", sagte er.

Bei der Preview in Nürnberg schickte er wie Regisseur Greengrass ein Grußwort aus den USA, in dem er sich besonders bei den Nebendarstellern bedankte: Diese hätten jeden Tag viel Herzblut und Talent gezeigt.

"Wir hoffen, dass ihr euch säubern konntet und dass ihr eine Weile keinen Schlamm mehr gesehen habt", sagte er mit einem Lachen als Anspielung darauf, dass viele Komparsen im Film ziemlich schmutzig wirken und bei Kämpfen im Schlamm landen.

Den Film hätte man auch in England drehen können, aber dort wäre es schwieriger geworden, sagte Produzent Kreuzer. "Diese Dichte an erhaltener mittelalterlicher Bausubstanz findet man selbst in England kaum noch." Draußen gedreht wurden ihm zufolge auch die Kampf- und Marschszenen mit Pferden über große Wiesen.

Das sei alles echt gewesen - mit einer Ausnahme: "Die Bäume nicht, weil in Deutschland sind die Bäume ein bisschen dünner", sagte er. "Die haben wir dann einfach gebaut."

Titelfoto: Bildmontage: Betina La Plante/Courtesy Of Focus Features/Leonine/dpa, Daniel Karmann/dpa

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