Macht, Millionen und Milieu: Rapper Capital Bra im Visier der Berliner Clans

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Berlin - In einem Luxushotel in Berlin kommen mehrere einflussreiche Familien zusammen – im Mittelpunkt des Treffens steht einer der erfolgreichsten Rapper Deutschlands: Es geht um Capital Bra (31). Und offenbar um die Frage, wie Vertreter der Rammos, der Miris und tschetschenische Hintermänner über das weitere Vorgehen mit dem Rapper entscheiden.

Capital Bra steht im Mittelpunkt eines Treffens einflussreicher Familien und ihrer Vertreter. (Archivfoto)
Capital Bra steht im Mittelpunkt eines Treffens einflussreicher Familien und ihrer Vertreter. (Archivfoto)  © Alexander Prautzsch/dpa-Zentralbild/dpa

Im Spiegel-TV-Format "Im Verhör" gehen Host Christina Pohl, Journalist Thomas Heise und der ehemalige Hells Angel Kasra Zargaran der Frage nach, was hinter dem Treffen im Ritz-Carlton steckte.

Rapper Capital Bra, bürgerlich Vladislav Balovatsky (31), versucht offenbar, sich aus seinem bisherigen Umfeld zwischen kriminellen Clans zu lösen. Doch der Ausstieg bringt neue Probleme. In einer späteren Vernehmung mit der Polizei beschreibt er, wie er "von der einen Scheiße in die andere geraten" sei.

Gleichzeitig steigen die finanziellen Forderungen: Zunächst ist von sechsstelligen Summen die Rede, später offenbar von mehreren Millionen Euro. Für die beteiligten Seiten steht damit viel auf dem Spiel.

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Eine Schlüsselrolle soll Ashraf Rammo spielen. Er gilt als Verbindung zu Capital Bra und sitzt bei dem Treffen mit am Tisch. Der Rapper wird dabei als lukratives Geschäft betrachtet. Der ehemalige Hells Angel Kasra Zargaran beschreibt ihn als wirtschaftliches "Asset".

Capital Bra selbst vermittelt öffentlich ein anderes Bild. In den sozialen Medien erklärt er: "Ich bin mein eigener Chef." Hinter den Kulissen sehen die Ermittler jedoch ein kompliziertes Geflecht aus Managern, Geschäftspartnern und Kontakten ins Milieu.

Die Polizei verfolgen die Spur der Beteiligten

Capital Bra sorgt mit möglichen Drogenproblemen immer wieder für Schlagzeilen. (Archivfoto)
Capital Bra sorgt mit möglichen Drogenproblemen immer wieder für Schlagzeilen. (Archivfoto)  © Alexander Prautzsch/dpa-Zentralbild/dpa

Die Polizei erfährt von dem Treffen im Ritz-Carlton und fertigt Fotos an. Darauf sind unter anderem Issa und Ashraf Rammo sowie zwei Männer zu sehen, die dem Miri-Clan zugerechnet werden. Die tschetschenischen Beteiligten sind auf den Bildern nicht zu erkennen.

Nach dem Treffen beobachten die Ermittler die Verdächtigen weiter. Am 1. November 2019 sprechen sie mit Clan-Boss Issa Rammo. Er berichtet von Problemen und davon, seit Tagen kaum schlafen zu können.

Die Verhandlungen mit der Gegenseite laufen offenbar weiter. Auch tschetschenische Beteiligte werden thematisiert. Für Issa Rammo seien sie schwer greifbar – sie würden "wie Schatten" wirken.

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Wenige Tage später meldet sich auch Capital Bra beim LKA. In einer E-Mail vom 7. November 2019 warnt er, die Männer seien weiterhin hinter ihm her. Sie seien bewaffnet und würden ihre Drohungen ernst meinen. Er habe Angst – um sich und seine Familie.

Eine eindeutige Aufklärung bringen die Ermittlungen letztlich jedoch nicht. Capital Bra ist für die Polizei später nicht mehr erreichbar, weitere Aussagen bleiben aus. Stattdessen veröffentlicht er bis Ende 2019 regelmäßig Beiträge in den sozialen Medien – darunter ein Foto, auf dem er gemeinsam mit Ashraf Rammo auf einem Schießstand posiert.

Jahre später sorgt Capital Bra vor allem mit Berichten über mögliche Drogenprobleme für Schlagzeilen. Im April 2026 zeigte er sich in einem Livestream offenbar unter Drogeneinfluss und wurde anschließend in ein Krankenhaus eingeliefert.

Das geheime Treffen im Ritz-Carlton bleibt damit ein weiteres Beispiel für die enge Verbindung, die zwischen Teilen der Gangsterrap-Szene und dem Clan-Milieu beschrieben wird.

Titelfoto: Alexander Prautzsch/dpa-Zentralbild/dpa

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