Blank ziehen, operieren, adoptieren: Alena Gerber zieht für Fellnasen alle Register
Pitești (Rumänien)/Bremen - Model Alena Gerber (37) hat für PETA die Hüllen fallen lassen und legte bei der Kastration von Straßenhunden in Rumänien selbst Hand an. Bei Tierschutz hört bei der 37-Jährigen mitunter auch die Freundschaft auf, erzählt sie im Gespräch mit TAG24.
Schon zum vierten Mal reiste das Model Ende Oktober in das osteuropäische Land, um sich vor Ort für Hunde einzusetzen.
"Dort herrscht ein noch immer anhaltendes Tötungsgesetz. Sprich, der Staat setzt dort ein Kopfgeld aus für nicht kastrierte Rüden und teilweise auch Hündinnen, die eben nicht gekennzeichnet kastriert sind", so Gerber.
Das Land platzt vor Straßenhunden aus allen Nähten - und der Moderatorin der Kragen. "Durch das Gesetz werden normalsterbliche Bürger dazu verführt, ein Tier umzubringen!"
Die Bremerin reist daher regelmäßig nach Rumänien, um bei der Eindämmung der Population zu helfen. Dabei legt sie auch selbst Hand an. "Ich habe den Tierärzten assistiert, Spritzen gesetzt, die Utensilien gereicht", erzählt Gerber.
Nach der Operation können sich die Tiere zwei Tage erholen, bevor es für die meisten zurück auf die Straße geht. "Wir konnten uns nur für fünf entscheiden, weil hier einfach der Platz fehlt. Es ist kein richtiges Tierheim und PETA macht hier auch keine Tiervermittlung. Es ist eine ganz, ganz schwierige, bittersüße, undankbare und gleichzeitig erfüllende Aufgabe", bilanziert die Schauspielerin.
Furchtbar sei, wenn es dann zurück nach Hause geht. "Ich hatte zwei Flieger, also aus Bukarest nach München und dann noch mal nach Bremen. Und ich saß in diesen beiden Flugzeugen heulend wie ein Mädchen mit Liebeskummer", erzählt sie.
Alena Gerber vermittelt Hunde im Freundeskreis
Der Tierschutz geht für Gerber aber auch in der Heimat weiter - zum Leidwesen der Freunde. "Ich habe mit den ganzen Bildern und Videos den gesamten Freundeskreis genervt", erzählt die 37-Jährige und lacht.
Immerhin konnte sie damit eine weitere Fellnase glücklich machen. Gerber rettete in Rumänien einen Welpen von der Autobahn, baute eine Bindung zu dem nur wenige Wochen alten Hund auf und fand für ihn ein Zuhause. Eine Freundin werde den Welpen adoptieren, erzählt Gerber stolz.
"Und einen anderen Hund habe ich an eine andere Bekannte vermittelt. Also beide Hunde sind schon innerhalb meines Freundeskreises", so das Model. An den anderen Freunden arbeite sie noch.
Wenn es um den Schutz der Vierbeiner geht, hört bei Gerber auch die Toleranz auf. "Da habe ich schon ganze Streitgespräche am Weihnachtstisch geführt und einmal sogar eine Freundschaft beendet tatsächlich", erzählt sie.
Besagte Freundin habe in Belgien einen Hund vom Züchter gekauft. "Und da habe ich wirklich gesagt, an dem Punkt habe ich gar kein Verständnis mehr. Weil sie ganz nah in meinem Leben war und ganz genau weiß, was Sache ist", so die Moderatorin.
Im Januar geht es für Gerber erneut nach Rumänien. Bis dahin hofft sie, noch den einen oder anderen Freund von einer Adoption überzeugen zu können.
Titelfoto: Bildmontage: Lina Tesch für PETA Deutschland e.V./PETA Deutschland e.V.

