Köln - Bundeskanzler Friedrich Merz (70) steht massiv in der Kritik. Ausgerechnet einer, der sonst gerne mal verbal draufhaut, springt dem CDU-Politiker jetzt allerdings zur Seite: Harald Schmidt (69).
Ein vorzeitiger Rücktritt des Regierungschefs kommt für den Entertainer nicht infrage.
"Ich hoffe, dass er die Legislaturperiode durchsteht", betonte Schmidt in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur in Köln.
Der mediale Tenor, dass Merz es einfach nicht könne, verschärfe die Situation des CDU-Chefs sehr. Als Beispiel führte Schmidt die Debatte um den Sommerurlaub des amtierenden Kanzlers an.
Für Schmidt sei das "kleinkariert". Merz könne es diesbezüglich ohnehin niemandem recht machen: "Geht er in Urlaub, heißt es, er war zu lange in Urlaub. Geht er nicht in [den] Urlaub, heißt es, er braucht mal Urlaub", sinnierte der "Chef-Zyniker".
Geht es nach Schmidt, sollte Merz in die Offensive gehen. Sein Ratschlag: "Ich würde den Kanzler viel mehr sagen lassen: 'Ihr könnt froh sein, dass ich den Job mache. Ich ziehe das jetzt alles durch.'"
Vielleicht sei für ihn so sogar noch eine Wende zum Besseren drin.
Kanzler-Krise für Harald Schmidt nur ein "kleines, süßes Thema"
Laut Schmidt befinde sich Merz in einer ähnlichen Lage wie viele andere westliche Regierungschefs. "Nennen Sie einen Regierungschef, der nicht zu Hause Probleme bis unters Dach hat", erklärte er.
Scherzhaft fügte er noch hinzu, dass beim Arktis-Gipfel wohl bei jeder Gelegenheit gesagt wurde: "Du wirst auch gleich abgewählt, gehen wir einen trinken!"
Die angebliche Kanzler-Krise zähle für ihn zu den "süßen, kleinen Themen, die wir uns hier leisten". Schmidt stellte dazu klar: "Das kann nur jemanden beschäftigen, der schon lange keine Nachrichten mehr gesehen hat. Egal auf welchem Endgerät."
In diesem Zusammenhang verwies der 69-Jährige auf das Treffen der BRICS-Staaten in Neu-Delhi, bei dem sich Wladimir Putin, Narendra Modi und Xi Jinping mal wieder bestens gelaunt die Hand gereicht hätten.
"Während wir hier also die Schnuckiputzi-Tour fahren, ist ein Großteil der Welt bereits dabei, sich für die Zukunft zu rüsten", erklärte Schmidt abschließend.