Los Angeles (USA) - Am Set ihres letzten Films wirkte Hayden Panettiere (†36) nach außen hin professionell und herzlich. Doch ihr Filmpartner Justin Chatwin (43) erinnert sich an eine andere Seite der Schauspielerin.
Als Justin Chatwin und Hayden Panettiere 2025 für den Psychothriller "Sleepwalker" vor der Kamera standen, war es zunächst eine Wiederbegegnung unter Kollegen. Beide kannten sich bereits aus der Science-Fiction-Serie "Heroes", die Panettiere ab 2006 weltberühmt machte.
"Ich merkte, dass sie zu kämpfen hatte", erzählte Chatwin nun gegenüber "People". Panettiere habe während der Dreharbeiten etwas mit sich getragen, das sie sehr belaste.
Sie sprach mit ihm über Sucht, Entzug und traumatische Erfahrungen. Und obwohl sie am Set freundlich und professionell gewesen sei, habe er hinter dieser Fassade eine Frau wahrgenommen, die "wirklich einsam" gewesen sei, sagte der kanadische Schauspieler.
"Wir haben uns super verstanden und es war ein großartiger Dreh, aber es geht in dem Film um häusliche Gewalt - ein Thema, das ihr vielleicht sehr nahe ging, denn sie hat es tatsächlich auch angesprochen", so Chatwin.
Das macht "Sleepwalker" im Rückblick beinahe unheimlich. In dem Film spielt Panettiere eine Frau, die nach einem schweren Autounfall mit dem Verlust ihrer Tochter konfrontiert ist. Eine Rolle über Trauma, Verlust und Schuld - Themen, die in Panettieres echtem Leben keineswegs abstrakt waren.
Offizieller Trailer zum Film "Sleepwalker"
Justin Chatwin: "Hayden wirkte anders"
Wenige Monate vor ihrem Tod hatte die 36-Jährige ihre Memoiren "This Is Me: A Reckoning" veröffentlicht. Darin schreibt die Schauspielerin offen über ihre Erfahrungen mit Suchtproblemen, postpartaler Depression und die schwierigen Jahre ihrer Karriere.
Chatwin vermutet, dass Panettiere viele ihrer Rollen deshalb so intensiv spielen konnte, weil diese so nah an ihren eigenen Problemen lagen. Etwa in "Nashville", wo sie die Sängerin Juliette Barnes verkörperte - eine Figur, die zahlreiche Rückschläge verkraften muss und unter Abhängigkeiten leidet.
2023 kehrte Panettiere nach längerer Pause mit "Scream VI" auf die große Leinwand zurück. Es war als Comeback gefeiert worden, danach folgten weitere Projekte - doch ein Comeback bedeutet nicht automatisch, dass ein Mensch wieder gesund, glücklich und im Leben angekommen ist.
"Hayden wirkte anders, als ich sie dieses Mal traf", so Chatwin. "Ich bin seit 15 Jahren trocken, daher kenne ich diese Welt der Sucht und Hollywood - sie fordert ihren Tribut und raubt den Darstellern ihre Jugend."
Schauspieler seien laut Chatwin darin trainiert, eine Rolle zu spielen. Panettiere sei liebenswert gewesen und habe ein "wunderschönes Herz" gehabt, doch ihm gegenüber habe sie die Maske abgelegt.
Panettieres Tod ist bislang nicht vollständig geklärt. Behörden berichteten von einem Herzstillstand und einem Notruf, in dem von einer Überdosis gesprochen wurde. Auch die Rolle von Panettieres Freund Brian Hickerson (37) ist noch unklar.