Köln/Monza - Der große Preis von Italien steht in den Büchern - und mit ihm jede Menge Tränen in Erinnerung an alte Zeiten von Michael Schumacher (57). Einer von ihnen: Vierfach-Weltmeister Sebastian Vettel (39)!
Schon vor dem Wochenende war klar, dass dem Heppenheimer und ehemaligen Ferrari-Piloten eine große Ehre zuteilwerden würde - eine Runde in "Schumis" rotem Flitzer aus der Saison 2002.
Als er kurz darauf im Interview mit TV-Sender Sky über die Hommage an Michael Schumacher gefragt wird, bekommt der 39-Jährige feuchte Augen.
"Sehr gemischte Gefühle. Es war wie eine Zeitreise, es fühlte sich für ein paar Sekunden an, er zu sein", stellt "Seb" nüchtern klar.
Trotz seiner unzähligen Erfolge in der Königsklasse des Motorsports war die Runde in Schumachers Wagen eines der größten Highlights.
"Es ist das Auto, die Ära, der Fahrer, in die ich mich damals verliebt habe. Die Umstände … Wir vermissen ihn und wir hätten es geliebt zu sehen, wie er fährt, wie er sein Auto fährt."
Sebastian Vettel spürt Geist von Michael Schumacher im Cockpit
Dem langjährigen Fahrer von Red Bull, Toro Rosso und Ferrari zufolge habe er auf der legendären Runde den Geist seines Kindheitshelden gespürt.
"Er fühlte sich sehr lebendig an und ich habe ihn gefühlt und wir alle haben ihn gehört, mit diesem Sound, dieses Autos. Er, die Strecke ... sehr, sehr emotional", ringt Vettel um Worte.
Nicht nur auf der Strecke hatte sich zwischen 2010 und 2012 eine Freundschaft zwischen Vettel und "Schumi" entwickelt - auch abseits des Asphalts hatten die zwei - die zusammengerechnet elf WM-Titel einfahren konnten - ihren Spaß.
"Gegen Ende der Karriere hat er sich geöffnet, da haben wir über Dinge geredet abseits von Rundenzeiten und Reifenverschleiß. Es gibt immer noch ein Rennen zu gewinnen, nur ein anderes als früher", erklärt Sebastian Vettel in Bezug auf den tragischen Skiunfall des 57-Jährigen und die damit verbundene Regeneration.
Der fünffache Weltmeister hatte am 8. September 1996 seinen ersten Grand-Prix-Sieg mit Ferrari gefeiert. Anlässlich des dreißigjährigen Jubiläums hatte ihm die Formel 1 in der Heimat von Ferrari eine riesige Hommage gewidmet, um an seine früheren Erfolge zu erinnern.