Berlin - Blaulicht erfüllt die Straße, mehrere Streifenwagen stehen vor seinem Firmensitz in Berlin, dann bricht HandOfBlood seinen Stream ab - scheinbar gab es eine Razzia bei dem Internet-Star.
Ein Video bei Instagram zeigt, dass offenbar mehrere Polizisten mit Sturmhaube am Dienstagabend die Räumlichkeiten seiner Influencer-Agentur "Instinct3" in der Breite Straße in Spandau durchsucht haben.
Der bekannte Twitch-Streamer, der mit bürgerlichem Namen Maximilian Knabe (34) heißt, meldete sich dann noch einmal kurz in seiner Story bei Instagram und teilte seinen Fans mit, dass sie sich keine Sorgen machen sollen.
Auch am Mittwoch ließ er nichts von sich hören, außer, dass er offline bleiben müsse, um einiges zu klären, es ihm aber gut gehe. Seine Follower befürchteten nach den Bildern jedoch, dass "Hänno" Ärger mit dem Gesetz haben könnte.
Wenn man bei dem Video jedoch genau hinsieht, erkennt man, dass an den vermeintlichen Polizeiuniformen keinerlei Abzeichen zu sehen sind und auch die Dienstnummern auf dem Rücken fehlen.
Und richtig: Der Schein trügt. Auf Anfrage mehrerer Medien dementierte die Berliner Polizei einen Einsatz dieser Art und inzwischen hat auch der 34-Jährige selbst den Fake bei Twitch eingeräumt. Aber wozu das ganze Brimborium?
Die Antwort ist ganz einfach: Hinter der Aktion verbirgt sich Werbung für seinen Softdrink Knabe Kola. Man habe dafür von vornherein "mit der Polizei zusammengearbeitet", versicherte HandOfBlood.
Bei Fake-Accounts wie diesem ist das Video viral gegangen
Hinter angeblicher Polizei-Razzia verbirgt sich Werbung für Knabe Kola
"Wir haben ja mal mit Knabe Drinks diese Riesenkoffer verschickt", berichtete er von einer vorangegangenen Werbeaktion. Darin soll sich auch ein Tütchen mit "Kokain" befunden haben, schließlich war das ja Teil der ursprünglichen Rezeptur von Coca-Cola.
"Und deshalb gab es jetzt eine Razzia im Büro, weil man vermutet hat: Hier ist Kokain." Dann zeigte er noch einmal ein Video der vermeintlichen Polizeiaktion. Am Ende des Clips folgte schließlich die Auflösung: Es war ein Werbespot für die Knabe Kola Null, die natürlich kein Kokain aber auch kein Koffein enthält.
Der Gag mit Kokain und Cola sollte mit "einem coolen PR-Stunt" weitergetrieben werden, erklärte Knabe. "Dass das jetzt solche Wellen schlägt, hätten wir auch nicht gedacht", gab er zu.
"Das Unheimliche an der ganzen Aktion ist, wie man mit Ghost-Accounts, das so inszenieren kann", stellte er erschreckt fest, denn über solche Fake-Konten sind die Videos viral gegangen und haben für reichlich Wirbel gesorgt.
"Also wir haben zwischenzeitlich gemerkt [...], wie man einfach mit Fake-News [...], obwohl Leute mit Fakten kommen und das enttarnen, wie man einfach mit Bullshit das überschwemmen kann und einfach Gefühle mehr Raum einnehmen, als Tatsachen und Fakten", prangerte Maximilian Knabe an.