Von Christoph Driessen
Köln - Schauspieler Heiner Lauterbach (73) glaubt an die Selbstheilungskräfte der amerikanischen Demokratie.
"Die USA haben schon viele Krisen durchgestanden, denken wir nur an den amerikanischen Bürgerkrieg im 19. Jahrhundert, die Kommunistenverfolgung während der McCarthy-Ära in den 50er-Jahren oder den Vietnam-Krieg", sagte Lauterbach der Deutschen Presse-Agentur in Köln.
"Donald Trump hat nur noch zwei Jahre, und die werden die Amerikaner auch noch überstehen."
Im Februar und März geht der Schauspieler und Synchronsprecher mit einem literarisch-musikalischen Programm zum Thema USA auf Deutschland-Tournee.
Unter dem Titel "Like a Hobo" setzt er sich mit der literarischen DNA des Landes auseinander und rezitiert seine großen Erzähler, darunter Mark Twain, John Steinbeck, William Faulkner und Truman Capote. Musikalisch begleitet wird er vom Cologne Blues Club.
"Ich habe immer eine große Affinität zu Amerika gehabt - meine Kindheit und Jugend waren geprägt von amerikanischer Musik, von amerikanischen Filmen und Büchern", erzählte Lauterbach.
Hollywood-Filme brachten ihn zur Schauspielerei
"Ich glaube, ohne die damaligen Hollywood-Filme mit Stars wie John Wayne oder Richard Widmark wäre ich gar nicht zur Schauspielerei gekommen. Alle blickten damals nach Amerika. Und davon wollen wir in unserem Programm etwas rüberbringen."
Dabei gehe es nicht um ein Hochglanz-Bild der USA, im Gegenteil: "Die großen amerikanischen Schriftsteller haben das Land ja immer mit all seinen Brüchen und Problemen schonungslos beschrieben und ihm den Spiegel vorgehalten. Und vieles davon - Armut, Rassismus, Spaltung - ist heute noch sehr aktuell."
US-Präsident Trump (80) sei natürlich eine bizarre und destruktive Erscheinung, allerdings hätten Deutsche keinen Grund, auf Amerika herabzublicken.
"Ich mache mir im Moment mehr Sorgen um Deutschland als um Amerika", sagte er.
"Amerika bleibt ein unendlich faszinierendes und vielschichtiges Land. Und alles, was dort passiert, bekommen wir hier in Deutschland früher oder später zu spüren."