Stefanie Stappenbeck überrascht mit Geständnis: "Freiwillig schaue ich mich nicht im Fernsehen an"
Berlin - Seit Jahrzehnten gehört Stefanie Stappenbeck (52) zu den deutschen Schauspielgrößen, doch eine Sache kann die Darstellerin bis heute nicht: sich selbst auf dem Bildschirm anschauen. Nun spricht sie überraschend offen über Selbstzweifel, Ängste, Therapie - und ihr ungewöhnliches Patchwork-Rezept.
In der ZDF-Komödie "Die Bachmanns - Gefahr im Verzug" steht Stappenbeck wieder als Mutter zwischen Ex-Mann und Familienchaos vor der Kamera. Privat hat die Schauspielerin mit Patchwork allerdings deutlich weniger Probleme.
"Ich finde das Patchwork-Leben wunderbar", sagt die 52-Jährige gegenüber teleschau. Seit zehn Jahren lebt sie selbst in dieser Konstellation.
Dabei wohnen sie und ihr Ex-Mann nicht etwa Tür an Tür. Ihr Erfolgsrezept: "entspannte Laufweite von einer Wohnung zur anderen, aber nicht derselbe Supermarkt". Auch beim Betreuungsmodell setzt das Ex-Paar auf klare Regeln: Montag und Dienstag sind Mama-Tage, Mittwoch und Donnerstag Papa-Tage. Die Wochenenden werden abwechselnd verbracht.
Ihr Familienleben scheint sie also bestens im Griff zu haben. Doch sobald es um ihre eigene Person geht, kommen bei der Schauspielerin überraschend viele Selbstzweifel zum Vorschein. Obwohl Stappenbeck seit ihrem neunten Lebensjahr vor der Kamera steht und seit zehn Jahren zu den Stars von "Ein starkes Team" gehört, ist sie selbst ihr größter Kritiker. "Freiwillig schaue ich mich nicht im Fernsehen an. Das mache ich wirklich nur, wenn ich muss", gesteht sie.
Beim eigenen Spiel sei sie "extrem kritisch". Der Grund liegt offenbar auch in ihrer Vergangenheit: Schon am Theater habe sie sich unsicher gefühlt, weil sie keine Schauspielausbildung hatte. Dabei wurde Stappenbeck bereits als Kind entdeckt. Mit elf Jahren stand sie erstmals vor der Kamera, ihr zweiter Film "Die Weihnachtsgans Auguste" wurde später zum Klassiker.
Stefanie Stappenbeck konnte lange Zeit keine Wut empfinden
Noch persönlicher wird die 52-Jährige beim Thema Therapie und Coaching. Diese nutzt sie bereits seit ihrem 25. Lebensjahr. "Da gab es einiges aufzuarbeiten", betont sie. Unter anderem habe sie früher Angst davor gehabt, Mutter zu werden.
Auch mit ihrer eigenen Wut musste Stappenbeck erst lernen umzugehen: "Ich konnte keine Wut ausdrücken oder überhaupt empfinden. Das musste ich mühsam lernen. Zum Glück habe ich mir dafür Hilfe geholt."
Heute möchte sie ihrer Tochter genau diese Freiheit geben. Gefühle sollen nicht unterdrückt werden - auch Wut nicht. Ihre Überzeugung: Wer sich selbst besser versteht, kann auch besser mit anderen umgehen.
"Je mehr Menschen mit sich im Reinen sind, desto mehr ist die ganze Gesellschaft mit sich im Reinen", so die Schauspielerin.
Titelfoto: Sebastian Gollnow/dpa

