Wirbel um Festival: Alphaville schlägt Wiedereinladung aus

Von Lea Schober, Maximilian Schiffhorst

Hockenheim - Die Ausladung von Alphaville beim Glücksgefühle-Festival hatte zuletzt für ordentlich Kritik gesorgt. Nun zeichnete sich eine Kehrtwende ab: Festival-Veranstalter Markus Krampe (55) wollte die Kultband auf die Bühne zurückholen. Doch die Mitglieder lehnen ab.

Sänger Marian Gold von Alphaville schlägt die Wiedereinladung aus.  © Jens Kalaene/dpa

"Wir nehmen die Entschuldigung und Wiedereinladung des Veranstalters Markus Krampe zur Kenntnis und hoffen, dass er von nun an die Bedeutung von Rede- und Kunstfreiheit beim 'Glücksgefühle-Festival' gebührend respektiert", teilte Alphaville-Sänger Marian Gold am Donnerstagnachmittag der Deutschen Presse-Agentur mit.

"Ungeachtet dessen haben die vorangegangenen Äußerungen eine Atmosphäre geschaffen, in der wir von einem Auftritt absehen." Die Gage für den nicht stattfindenden Auftritt soll demnach an eine gemeinnützige Organisation gespendet werden, hieß es weiter.

Gegenüber BILD hatte Krampe sich zuvor selbstkritisch gezeigt und erklärt: "Wie wir gehandelt haben, war in der Tat ein Fehler. Das tut mir leid. Meinungsfreiheit ist das höchste Gut, das wir in Deutschland haben, sie ist zu schützen."

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Für diese Einsicht kommt Zuspruch von Co-Veranstalter Lukas Podolski (41): "Ich finde es gut, dass Markus die Entscheidung nochmal überdacht und klar gesagt hat, dass es ein Fehler war. Fehler passieren, wichtig ist doch, wie man damit umgeht. Jeder darf seine Meinung sagen und auch mal Kante zeigen. Im Stadion genauso wie auf der Bühne", schrieb er auf Instagram.

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Veranstalter sieht Festival als unpolitische Veranstaltung

Markus Krampe (55. r.) organisiert das Festival seit 2023 gemeinsam mit Ex-Fußballnationalspieler Lukas Podolski (41).  © Uwe Anspach/dpa

Auslöser für den Streit waren politische Äußerungen von Alphaville-Sänger Marian Gold (72). Die Band hatte sich bei einem früheren 80er-Jahre-Festival, das ebenfalls von Krampe veranstaltet wurde, kritisch zur AfD und zu rechtsextremen Entwicklungen in der Gesellschaft geäußert.

Krampe machte anschließend deutlich, dass politische Botschaften auf seinen Festivals nicht erwünscht seien, und bezeichnete das Verhalten von Alphaville und Marian Gold als "inakzeptabel". Die Band sollte entsprechende Äußerungen während des Events unterlassen, weshalb sie absagte.

Trotz seiner Kehrtwende betont Krampe weiterhin, dass er das Glücksgefühle-Festival als unpolitische Veranstaltung versteht. Im Mittelpunkt sollten Musik, gemeinsames Feiern und die Begegnung der Besucher stehen. Dass Künstler ihre persönlichen Überzeugungen vertreten, wolle er dennoch respektieren.

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Krampe sagt dazu: "Und ich glaube, dass es möglich ist unterschiedliche Haltungen nebeneinander stehenzulassen, ohne laut zu werden."

Erstmeldung vom 3. September, 14.30 Uhr, Letzte Aktualisierung am 3. September, 19.07 Uhr.

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