"Sieht man nicht jeden Tag!": Taschendieb, Schlangenmann und Co. begeistern bei Hansa-Premiere
Hamburg - Mit einer augenzwinkernd "ausverschenkten" Premiere exklusiv für geladene Gäste ist das traditionsreiche Hansa-Theater in Hamburg am Montagabend in die Spielzeit 2026/27 gestartet. Bis zum 14. März erwartet das Publikum ein internationales Varieté-Programm mit acht unterschiedlichen Acts und wechselnden Gastgebern. Durch den Premierenabend führte Kabarettist Alfons (59).
Für die ersten Lacher des Abends sowie satirische Seitenhiebe in Richtung Rathaus sorgten die Intendanten Ulrich Waller und Thomas Collien höchstpersönlich.
Zu Eminems "Lose Yourself" traten sie verkleidet als Henry ("Inkasso- bzw. Schmuck-Henry") und Klaus ("der schöne Klaus") auf.
Im Auftrag von Waller und Collien sollten die selbst ernannten Ordnungshüter die angespannte Situation im Stadtteil St. Georg mal genauer unter die Lupe nehmen.
"Die sind nämlich ganz schön gebeutelt hier! Von wegen Steindamm, St. Georg, Drogis, Islamisten-Konferenz und jetzt auch noch die Gen-Z-Randale."
Auch die städtische Drogenpolitik wurde kritisiert. Der Versuch, den Drogenhandel auf einzelne Stadtteile zu konzentrieren, habe schließlich schon in den 1980er-Jahren auf St. Pauli nicht funktioniert.
Auf diesen Künstler freute sich Alfons ganz besonders
Auch Kabarettist Alfons griff in seinen Moderationen politische Themen auf, darunter die zunehmende Spaltung der Gesellschaft.
Gerade deshalb seien Orte wie das Hansa-Theater so wichtig: Hier hätten die Menschen schon "vom ersten Takt der Musik an ein Lächeln im Gesicht" und könnten gemeinsam einen unbeschwerten Abend genießen.
Schließlich sehe man hier "Dinge, die man nicht jeden Tag sieht". Und das auch noch aus aller Welt. Besonders freute sich Alfons darüber, endlich einmal einen "SchlangenMANN" auf der Bühne zu sehen.
Seiner Erfahrung nach seien es sonst meist Frauen, die mit ihrer außergewöhnlichen Beweglichkeit verblüffen. Oder eben wie am Montagabend Alexander Mitin aus Russland.
Zum aktuellen Programm gehören unter andere noch Marionettenspieler Phillip Huber aus den USA, die Twirlin Girls aus Ungarn, Hula-Hoop-Künstlerin Anna Fisher aus Australien, Akrobat Oscar Kaufmann aus Berlin und Gabriel Drouin am Cyr Wheel aus Kanada.
Berühmter Taschendieb zum ersten Mal dabei: "Mir wird nie langweilig!"
Zum ersten Mal dabei ist Michael Halvarson (50). Der international gefeierte Zauberer und Komiker wurde durch seine Auftritte in der Originalbesetzung von "KOOZA" des Cirque du Soleil bekannt.
Dort entwickelte er seine mittlerweile berühmte Taschendieb-Figur. Für die Comedy-Nummer hält Halvarson bereits vor seinen Shows Ausschau nach besonderen Accessoires im Publikum.
Später "leiht" er sich diese dann spielerisch von den Zuschauern aus und baut sie in seine Nummer ein. Zu viel verraten möchte er allerdings nicht: "Ich will ja nicht, dass die Leute Angst bekommen", so der gebürtige Schwede im TAG24-Interview.
Er möchte eh viel lieber, dass die Leute lachen. Ursprünglich habe er als klassischer Magier angefangen. Doch schon früh habe er entdeckt, wie viel Freude es ihm bereitet, Menschen mit Magie zum Lachen zu bringen.
Auch nach vielen Jahren auf der Bühne sei er vor Auftritten immer noch nervös. Seine Nummer könne er ohnehin nicht vollständig planen: "Was passiert, passiert." Er müsse sich darauf vorbereiten, jemanden aus dem Publikum auf die Bühne zu holen und dann spontan auf die Situation zu reagieren.
Das sei für ihn wie Jazz: Es gebe eine Art Grundmelodie, doch entscheidend sei die Improvisation. Gerade das mache den besonderen Reiz seines Jobs aus. "Dadurch ist jede Show, jeder Abend anders. Mir wird auf jeden Fall nie langweilig!"
Besonders freut sich Halvarson darauf, das Hamburger Publikum kennenzulernen. "Ich habe schon so viel über das fantastische Publikum im Hansa-Theater gehört!" Und bei den Proben auch schon erste Kostproben erleben dürfen: "Die Menschen hier sind sehr offen und genießen die Vielfalt der Darbietungen!"
Auf die Auftritte seiner Künstlerkollegen freue er sich ebenfalls. Er stehe häufig hinter der Bühne, um die anderen Acts zu verfolgen. Besonders Chu Chuan-Ho und seine Diabolo-Jonglage hätten es ihm angetan: "Es ist eine wirklich großartige Nummer."
Die neue Varieté-Saison im Hansa-Theater läuft bis zum 14. März 2027. Tickets und das ganze Programm gibt es unter hansa-theater.com.
Titelfoto: Stephan Wallocha

