TV-Liebling Thomas Rühmann warnt vor AfD, Fans liefern sich Facebook-Schlacht
Magdeburg/ Leipzig - Schauspieler Thomas Rühmann (71) mischt sich wenige Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt in die Politik ein und löst damit auf Facebook eine hitzige Debatte aus.
Der "In aller Freundschaft"-Star ruft zwar nicht zur Wahl einer bestimmten Partei auf, macht aber deutlich, wen er nicht für regierungsfähig hält.
"Als Magdeburger würde ich mich sehr freuen, wenn Sie zur Wahl gehen im September. Und gucken Sie sich genau an, was in den Wahlprogrammen der einzelnen Parteien steht", sagt Rühmann in einem Video, welches er auf seiner Facebook-Seite gepostet hat.
Über eine Partei, deren Name er nicht nennt, erklärt er: "Ich habe nichts gefunden in dem Programm, was irgendeine Lösung für unsere schwierige Lage bietet." Sein Appell: "Also überlegen Sie genau, nicht mit Wut, nicht mit Zorn, sondern einfach mit Vernunft."
In den Kommentaren wird schnell klar, dass Rühmann die AfD meint. Auf den Vorwurf, er wolle den Menschen vorschreiben, wen sie wählen sollen, entgegnet er: "Ich habe in meinem kleinen Statement niemandem etwas vorgeschrieben."
Einer Unterstützerin schreibt er: "Traurig, dass so viele Frauen hier für die AfD schreiben." Und weiter: "Meiner Meinung nach sollten gerade Frauen sich das Wahlprogramm genau anschauen."
Thomas Rühmann meldet sich nicht zum ersten Mal zu Wort
Erst im Frühjahr brachte Rühmann gemeinsam mit Kolleginnen aus "In aller Freundschaft" die szenische Lesung "Sie waren neun. Der Weg in die Freiheit" auf die Bühne. Das Stück erzählt die Geschichte von Frauen, die Konzentrationslager, Zwangsarbeit und einen Todesmarsch überlebten. Rühmann erklärte damals, gerade in einer Zeit, in der Geschichte umgedeutet werde, sei die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit wichtiger denn je.
Der Schauspieler hatte sich bereits in der Vergangenheit immer wieder gegen Rechtsextremismus positioniert und demokratisches Engagement angemahnt.
Hintergrund seines Appells ist die Landtagswahl am 6. September in Sachsen-Anhalt. Dort liegt die AfD in aktuellen Umfragen vorn und erhebt Anspruch auf die Regierungsführung.
Titelfoto: picture alliance/dpa
