Amsterdam (Niederlande) - Wer glaubt, ein gepflegter Vorort sei der sicherste Ort der Welt, hat offenbar noch nie die Bekanntschaft mit den Flodders gemacht. Die niederländische Chaos-Familie ist zurück - mit neuen Gesichtern, alten Sitten und jeder Menge Gleichgültigkeit gegenüber allem, was andere Menschen unter Anstand verstehen.
Vor fast 40 Jahren sorgten die Flodders weltweit in den Kinos für Aufsehen. Besonders ihre laute und vulgäre Art brannte sich in die Köpfe der Zuschauer ein.
Bekannt wurde die hemmungslose Truppe in Deutschland durch zwei Filme und eine Serie. Nun bekommt die nächste Generation ihre ganz eigene Bühne. Wer Lust auf das absolute Chaos hat, kann ab dem 3. September "Die Flodders" auf RTL+ streamen.
So durcheinander, wie die alten Geschichten endeten, beginnen auch die neuen: Kees Flodder junior (Ghislaine van IJperen, 30) heiratet einen deutlich älteren Mann.
Die Ehe der beiden währt nicht lange. Noch am Traualtar verstirbt ihr Bräutigam. Kees erbt ein beachtliches Vermögen und eine ansehnliche Villa.
Nur blöd, dass diese in einem Viertel liegt, wo jeder Grashalm akkurat geschnitten ist. Als die Witwe samt ihrer Familie in der wohlhabenden Nachbarschaft einzieht, wird klar, dass hier der Ärger vorprogrammiert ist.
Lohnt sich das Einschalten?
Nicht wirklich. Die neue Serie versucht, den alten Flodder-Zauber wieder aufleben zu lassen. Das Problem: Es gibt nicht wirklich etwas Neues.
Die Familie benimmt sich wie die Axt im Walde, die Nachbarn regen sich auf und irgendjemand schmiedet einen Plan. Und wie soll es anders kommen? Am Ende geht natürlich alles komplett schief.
Da landet schon einmal moderne Kunst auf dem Sperrmüll oder eine Katze auf dem Grill. Die Original-Flodders waren in den Niederlanden ein Phänomen. Sie schockierten, amüsierten und sorgten mit derben Sprüchen für volle Kinos. Das Erfolgsrezept war dabei raffinierter, als zunächst angenommen.
Wie toppt man so etwas? Vermutlich gar nicht. Wie auch vor vier Jahrzehnten wird gepöbelt, randaliert und provoziert.
Eingefleischten Fans könnte besonders die Neubesetzung ein Dorn im Auge sein. Lediglich Tatjana Simic (63) und Horace Cohen (54) kehren auf die Leinwände zurück. Dick Maas (75), der die Regie für die ursprünglichen Flodder-Filme und die Serie übernommen hatte, war an der Neuauflage nicht beteiligt.
Auch schien er von der Idee nicht wirklich angetan. Genau hier wird deutlich, dass nicht alle Originale neu erzählt werden können. Und vielleicht ist das auch ganz gut so. Manchmal sollte man einfach die Finger von den Klassikern lassen - denn diese sind dann doch am besten!