Berliner Weihnachtsmarkt-Terror als ARD-Serie: Hauptdarsteller spricht über schockierende Realität
Berlin - Es ist ein Anschlag, der Deutschland bis heute bewegt: Am 19. Dezember 2016 raste ein Terrorist mit einem Lkw über den Berliner Breitscheidplatz und riss 13 Menschen in den Tod. Die ARD-Serie "Breitscheidplatz 19/12" beleuchtet nun die Vorgeschichte der Tat und die Ermittlungen gegen den Attentäter. Hauptdarsteller Albrecht Schuch (41) verrät, wie belastend die Arbeit des Staatsschutzes ist und wie er seine Rollen auswählt.
Die Serie greift das reale Ereignis auf, fiktionalisiert aber Teile der Geschichte. Auch mögliche Ungereimtheiten bei der Überwachung des Attentäters Anis Amri werden thematisiert. Schuch betont im Gespräch mit teleschau: "Wir befinden uns in einer Fiktionalisierung und schreiben uns nicht auf die Fahne, dass wir einen Tatsachenbericht liefern."
Für seine Rolle als Staatsschützer Frank Laudin hat sich Schuch intensiv mit der Arbeit echter Ermittler beschäftigt. Er traf einen LKA-Beamten und begleitete ihn durch den Alltag.
Dabei wurde ihm klar, wie zermürbend der Job sein kann. "Tatsächliche Ermittlungen sind noch viel dröger, zäher und relativ frei von intensiven Szenen", erklärt der Schauspieler.
Wenn er von Terroranschlägen in Deutschland hört, reagiert der 41-Jährige allerdings anders als seine Serienfigur. "Ich bewerte solche Ereignisse viel emotionaler", sagt er.
Ist "Breitscheidplatz 19/12" auch ein Kommentar zu gescheiterter Integration? Schuch widerspricht dieser Deutung. "Die Serie sagt erst mal nichts über Integration aus", stellt der Schauspieler klar. Das Thema werde weder ausdrücklich in Dialogen angesprochen noch gezielt dargestellt. Integration oder gescheiterte Integration seien schlicht nicht der Schwerpunkt der Produktion.
Vielmehr solle die Geschichte zum Nachdenken anregen und Fragen aufwerfen: Was lief bei den Ermittlungen schief? Was hätte besser gemacht werden können?
So entscheidet Albrecht Schuch über seine Rollen
Bei der Auswahl seiner Rollen geht der Schauspieler bewusst vor. Er achte darauf, was er zuletzt gespielt habe, wie es ihm gerade gehe und mit wem er zusammenarbeiten könne.
Eines möchte er vermeiden: immer wieder ähnliche Figuren zu verkörpern. "Ich würde nicht von einem Psychopathen zum nächsten springen. Oder zweimal hintereinander einen Nazi spielen", erklärt Schuch.
Sein Ziel sei es, möglichst unterschiedliche Erfahrungen zu sammeln und die gesamte Bandbreite seines Könnens auszuschöpfen.
ARD zeigt "Breitscheidplatz 19/12" ab Freitag, 30. Oktober 2026, in der ARD Mediathek und am Sonntag, 1. November, ab 21.45 Uhr sowie am Freitag, 6. November, ab 23.55 Uhr im Ersten.
Titelfoto: Bernd von Jutrczenka/dpa

