Hamburg - Influencerin Celine "Lili" Wagner (28) erlebte nach einem Joint zwei Horror-Jahre. Bei "deep und deutlich" erzählte die Rettungssanitäterin von ihrer Leidenszeit.
"Ich bin in Erfurt groß geworden. Ich hatte eine superschöne Kindheit eigentlich, einen coolen Freundeskreis, und es war der 31. Oktober 2012, das war Halloween", erinnerte sich Wagner, die als "Rettungsmaus" über 900.000 Follower bei Instagram hat.
Als damals 14-Jährige habe sie mal geraucht und auch Alkohol getrunken. Dann kam in ihren Kreisen auch das Kiffen dazu.
"An dem Abend saßen wir so in der Runde und dann wurde wieder gekifft, und alle haben da mal dran gezogen", so Wagner. Sie habe es auch mal ausprobieren wollen.
"Ich wollte aufstehen und dann war das wie so ein Schlag ins Gesicht, und ich habe plötzlich das Gefühl gehabt, ich bin nicht mehr in meinem Körper drin. Als würde ich von oben auf mich herabgucken und meine Hände gehören nicht mehr zu mir", schilderte die Medizinerin ihre Erfahrung.
Sie sei in Panik geraten und mit ihrer besten Freundin nach Hause gegangen, wo sie sich ihrer Mutter anvertraute. Wagner verbringt die Nacht in den Armen ihrer Mama. Ihr Vater zeigte weniger Verständnis.
"Mein Papa war auch zu Hause und hat mich angeguckt und gesagt: Ich hoffe, dass du richtig leidest", so die 28-Jährige.
Celine Wagner: "Mama, ich bin doch tot, ich lebe doch gar nicht mehr"
Diese Hoffnungen haben sich erfüllt. "Am nächsten Morgen dachte ich: Okay, alles wieder gut, passt alles wieder", erinnerte sich die Influencerin.
Doch als sie ihre Großeltern zum Einkaufen begleitete, geschah es erneut. "Ich hatte wieder das Gefühl, ich bin nicht in meinem Körper drin, meine Hände gehören nicht zu mir, und ich habe wieder Panik bekommen", erzählte die gebürtige Erfurterin.
Diese Flashbacks zogen sich zwei Jahre. Es habe dann einen "beschissenen Moment" gegeben, als sie mit ihrer Mutter in einem Restaurant saß.
"Ich habe gesagt: Mama, ich bin doch tot, ich lebe doch gar nicht mehr. Weil ich habe wirklich gedacht, ich bin in einem Traum. Also dass ich eigentlich in der Nacht gestorben bin", so Wagner.
Ihre Mama fing an zu recherchieren, fand heraus, dass ihre Tochter unter einer Depersonalisation leidet und spürte einen Arzt zur Behandlung auf.
Die Therapie: "Er hat gesagt, ich muss in die Situation rein, ich muss das aushalten. Ich muss merken, mir passiert nichts. Ich werde nicht verrückt, ich sterbe auch nicht, es ist alles gut", erzählte die 28-Jährige.
Es sei schrecklich gewesen, habe aber schließlich geholfen.
Die "deep und deutlich"-Folge ist ab sofort in der ARD-Mediathek verfügbar.