Deutscher Astronaut beobachtete Krieg aus dem Weltall: "Wusste gar nicht, was das ist"
Hamburg - Bereits zwei Mal flog Alexander Gerst (50) ins All. Bei seinen Missionen 2014 und 2018 verbrachte der deutsche Astronaut insgesamt fast ein Jahr auf der Internationalen Raumstation ISS. Bei "Inas Nacht" sprach der 50-Jährige am Donnerstag über seine Erfahrungen fernab der Erde.
Vor allem eine Beobachtung bleibe Gerst bis heute stark in Erinnerung: "Das ist schon eine komische Sache von oben Krieg zu sehen und überhaupt so Umweltzerstörung zu sehen", erklärte der Raumfahrer im Gespräch mit Talkshow-Moderatorin Ina Müller (61).
Schließlich könne aus dem All auch beobachtet werden, wie der Amazonas-Regenwald niederbrennt. Doch vor allem die Bilder des Krieges hätten Gerst nach eigenen Angaben "sehr mitgenommen".
"Da im Nahen Osten sind Raketen geflogen. Und am Anfang wusste ich aber gar nicht, was das ist. Ich habe nur Lichter und Blitze gesehen und dachte, das sieht fast irgendwie schön aus", erzählt Gerst.
Doch die Realität sah anders aus: Erst nach einiger Zeit hätte er verstanden, dass auf der Erde gerade Menschen sterben.
Astronaut Alexander Gerst bei "Inas Nacht" über Krieg: "Das macht überhaupt keinen Sinn"
Noch immer mache diese Beobachtung den Astronauten fassungslos. "Man schaut von außen auf diesen Planeten runter und man versteht nicht, dass es überhaupt so etwas gibt wie Länder, die sich bekriegen. Das macht überhaupt keinen Sinn, wenn man das von außen sieht, weil das alles so klein ist."
Und auch seine Kollegen teilten offenbar diese Beobachtung. "Das sehen auch alle so da oben", so Gerst abschließend.
Wer die Folge verpasst hat, kann "Inas Nacht" in der ARD-Mediathek nachholen.
Titelfoto: NDR/ARD/Morris Mac Matzen
