"Sprachverhunzung!": Elke Heidenreich will nichts vom Gendern hören - Sängerin Mieze Katz hält dagegen
Hamburg - In der letzten Folge der neuen Staffel von "Inas Nacht" wurde es hitzig: Autorin Elke Heidenreich (83) war in der Hamburger Kneipe "Zum Schellfischposten" zu Gast. Als Ina Müller (61) eine Bierdeckelfrage zum Thema Gendern vorlas, reagierte die 83-Jährige bockig und ließ die Gastgeberin nicht einmal ausreden.
"Würdest du gendern, wenn man davon …", weiter kam die Gastgeberin nicht, denn Heidenreich schrie lauthals: "Niemals würde ich gendern. Weg mit der Karte!"
Woraufhin Ina lachte und versuchte die Situation unter Kontrolle zu bringen: "Die Frage ist noch nicht vorbei" und versuchte den Bierdeckel des Gastes weiter vorzulesen. Doch die 83-Jährige unterbrach die Moderatorin wieder: "'Künstler:innen', 'Ärzt:innen' - geht's noch!?" und wollte die letzten Worte scheinbar nicht hören.
Schließlich schaffte es Ina doch noch die Frage zu beenden: "Würdest du gendern, wenn man davon 110 Jahre alt werden würde?" Die Antwort der Autorin kam wie aus der Pistole geschossen: "Nein! Sprachverhunzung - dummes Zeug"
Gastgeberin Ina Müller versuchte die Wogen zu glätten: "Ja, aber lass sie doch. Du musst es ja nicht sagen, ich muss es auch nicht sagen."
Dann erklärte die 61-Jährige, dass sie gegenderte Sprache "manchmal ganz gut" finden würde, es aber gleichzeitig oft vergesse: "Ich krieg’ es nicht mehr rein."
Sängerin Mieze Katz stieg in Gender-Debatte ein: "Wachstum tut weh"
Damit schien das Thema abgehakt zu sein. Doch nachdem die Berliner Band "MiA" ihren Song "Gegenteil von Einsam" performt hatte, meldete sich die Sängerin Mieze Katz zu dem Thema zu Wort.
"Ich wollte eine Sache noch zum Gendern sagen" wand sich die Sängerin an die beiden, "Das ist mit dem Gendern so ... Also, ich bin ja kein Sänger, ich bin eine Sängerin und meine Kolleginnen und Kollegen sind Sänger:innen."
Woraufhin Heidenreich betonte: "Ihr seid Sänger und Sängerinnen - aber nicht Sänger:innen." Die Frontfrau ließ die Aussage allerdings nicht so stehen: "Doch! Weißt du, warum? Sprache entwickelt sich. Das nennt man Wachstum und Wachstum tut weh."
Das, was die Autorin gerade spüren würde, sei "Wachstumsschmerz" - und die Sängerin, die im TAG24-Interview bereits angekündigt hatte, sich politisch noch stärker positionieren zu wollen, erklärte der Schriftstellerin weiter: "Das geht vorbei!"
Vom Publikum erntete die "MiA"-Frontfrau daraufhin Applaus und zustimmendes Gejohle. Heidenreich hingegen antwortete mit einem Lächeln und einer abwinkenden Geste.
Wer die Folge von "Inas Nacht" mit der Schriftstellerin verpasst hat, kann sie sich in der ARD-Mediathek anschauen.
Titelfoto: Bildmontage: NDR/Morris Mac Matzen (2)

