"Jammerossis, Russlandversteher, Ostfrauen": Ossis erneut im Mittelpunkt

Dresden/Leipzig - Anfang Oktober 2021 lief das Projekt: DDR im Blut? Treuhand, Ostdeutsche, Russlandversteher, Jammerossis, Besserwessis, Osturlaub, Abwanderung und Ostfrauen – das sind Rubriken, die man auf der Webseite "Die DNA des Ostens" noch immer findet dem "DNA"-Projekt des MDR.

Gibt's eine "Ossi-DNA"? Das Angebot vom MDR ging der Sache auf den Grund - jetzt gab's eine Nominierung für den Grimme-Preis.
Gibt's eine "Ossi-DNA"? Das Angebot vom MDR ging der Sache auf den Grund - jetzt gab's eine Nominierung für den Grimme-Preis.  © MDR/Diednadesostens.de

Zum Projekt gab es eine 90-minütige TV-Dokumentation sowie ein zehnteiliges Doku-Angebot in der ARD-Mediathek. Das Ganze startete einen Tag nach der Bundestagswahl – am 27. September online sowie in der ARD- und MDR-Mediathek.

Jetzt kommt diese Produktion wahrscheinlich zu Grimme-Ehren!

Denn der Mitteldeutsche Rundfunk freut sich insgesamt über sechs Nominierungen für den inzwischen bereits 58. Grimme-Preis.

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Zu den besonders bedachten Filmen zählen "Hoyerswerda '91 - Eine Stadt, die Gewalt und ihre Aufarbeitung" (ein Film von Schulz/Wendelmann für den MDR) und eben zu Recht die kompakte "DNA des Ostens" (Hoferichter & Jacobs Film und Fernsehproduktion für MDR).

Diese beiden MDR-Produktionen sind in der Kategorie "Information & Kultur" nominiert.

DNA des Ostens – von Krippenbetreuung bis zur Treuhandabwicklung

Polizeikräfte mussten im September 1991 Straßen in Hoyerswerda blockieren (Archivbild). Die Doku "Hoyerswerda ‘91 - Eine Stadt, die Gewalt und ihre Aufarbeitung" ist ebenfalls nominiert.
Polizeikräfte mussten im September 1991 Straßen in Hoyerswerda blockieren (Archivbild). Die Doku "Hoyerswerda ‘91 - Eine Stadt, die Gewalt und ihre Aufarbeitung" ist ebenfalls nominiert.  © Zentralbild/dpa

Die zwischen 1950 und 2000 geborenen Ostdeutschen werden insgesamt in neun Generationen unterschieden und ihre "wohl prägendsten Erfahrungen" analysiert.

Dabei fallen Stichpunkte wie Krippenbetreuung bis hin zur Treuhandabwicklung, vom Mauerbau bis zur Corona-Pandemie, vom Start Juri Gagarins bis zu den "Fridays for Future"-Demonstrationen.

Gibt es also "eine biografische Schnittmenge" (die "DNA"), die eigene Perspektiven bis heute maßgeblich formt?

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"Für dieses interaktive Webangebot wurden über ein Jahr lang mehr als 100 soziologische Studien, Publikationen und statistische Erhebungen analysiert", so der MDR im September 2021 vor der Ausstrahlung.

Die weiteren Grimme-Preis-Nominierungen für den MDR

  • Kategorie Fiktion: Spezial für Murmel Clausen und Andreas Pflüger für "Tatort – Der feine Geist" (MadeFor Film für MDR/ARD Degeto)
  • Kategorie Kinder & Jugend: "Schau in meine Welt! Stacy – Mein Leben in der Kinder-WG" (Andrea Gentsch Filmproduktionen für MDR)
  • "Seepferdchen" (Filmakademie Baden-Württemberg für MDR)
  • Spezial für 1000 Folgen "Schloss Einstein" (Saxonia Media für MDR/KiKA)

Wer gewonnen hat, wird am 31. Mai 2022 bekannt gegeben. Die Preisverleihung erfolgt am 26. August 2022.

Titelfoto: MDR/HA Kommunikation

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