Hitzige Stimmung im Osten: Gewerkschaften gefragt wie lange nicht

Leipzig - Die Stimmung im Osten ist angespannt. Immer öfter gehen Menschen auf die Straße, um für mehr Geld zu streiken. Die Gewerkschaften bekommen einen regelrechten Aufschwung. Der MDR spricht in der neuesten Folge seines Nachrichten-Magazins "Exakt" mit den Beteiligten.

Gewerkschaften wie die ver.di bekommen wieder Zuwachs. (Archivbild)
Gewerkschaften wie die ver.di bekommen wieder Zuwachs. (Archivbild)  © dpa/Carsten Koall

Busse und Bahnen fallen aus, Ärzte und Apotheken lassen ihre Praxen geschlossen und die Mitarbeiter aus Handwerksbetrieben legen ihre Arbeit nieder.

Sie alle kommen aus unterschiedlichen Branchen und verfolgen doch ein Ziel: mehr Lohn und fairere Arbeitsbedingungen.

Nach Jahren der Ebbe erleben Gewerkschaften nun einen Umschwung. Sei es ver.di oder die IG Metall, die Eintritte steigen wieder an, und zwar ordentlich.

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Auch Lothar Schauder (60) ist wieder in die Gewerkschaft eingetreten. Er war vor 20 Jahren bereits einmal Mitglied, stieg dann jedoch aus, weil diese nicht genug getan habe. Jetzt merke er jedoch: "Ohne Gewerkschaft geht es nicht."

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Die Industriegewerkschaft Metall ist neben ver.di die größte Einzelgewerkschaft Deutschlands. (Archivbild)
Die Industriegewerkschaft Metall ist neben ver.di die größte Einzelgewerkschaft Deutschlands. (Archivbild)  © dpa/Nicolas Armer

Und noch etwas fällt auf: Im Osten scheint die Stimmung hitziger zu sein. Die IG Metall verzeichnete 2023 dort einen Zuwachs von satten 20 Prozent. Im Gegensatz dazu waren die Neueintritte im Westen nur halb so groß.

Die Menschen im Osten ärgern sich, dass sie immer noch zum Teil viel weniger verdienen als ihre Kollegen aus dem Westen.

Daniela Räthel sortiert am Fließband Metall für SRW metalfloat aus Espenhain. Sie verdient etwa einen Euro überm Mindestlohn. Zu wenig, findet sie. Um ihre Ausgaben zu decken, ist sie auf regelmäßige finanzielle Unterstützung von ihrem Sohn angewiesen, der derzeit noch bei ihr lebt.

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Doch nicht nur bei SRW metalfloat erhitzen sich die Gemüter, auch die Busfahrer von REGIOBUS seien sauer. "Da kann ich auch bei Lidl Regale einräumen, da bin ich in acht Stunden heeme (zu Hause, Anm. d. Red.) und hab den gleichen Lohn", ärgert sich ein Mitarbeiter.

Immer mehr Menschen sind sich sicher, dass sich etwas ändern muss und sind bereit, dafür auch auf die Straße zu gehen. Das zeigen auch die Zahlen. So sollen 2024 über 12 Millionen Beschäftigte in Tarifverhandlungen treten.

Die gesamte Folge MDR "Exakt" könnt Ihr Euch in der Mediathek ansehen.

Titelfoto: Bildmontage: dpa/Carsten Koall; dpa/Nicolas Armer

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