Ostdeutsche Hardtekk-Szene von Rechtsextremisten unterwandert? Fans sauer wegen neuer Reportage
Magdeburg - Eine neue Reportage des Netzwerks "Y-Kollektiv" bringt die ostdeutsche Hardtekk-Szene mit Rechtsextremismus in Verbindung. Fans der scheppernden Musikrichtung sind sauer.
Unter dem Titel "Hardtekk & Hitlergrüße" wurde die 30-minütige Reportage am Montag in der ARD-Mediathek veröffentlicht. Die Journalisten wollen anhand von Gesprächen mit Künstlern und Fans aufzeigen, wie Rechtsextremisten die Szene unterwandern.
Im Verlauf ihrer Recherche besuchen die Reporter etwa ein Konzert des DJ-Duos "Anormal & Hunnel" in Quedlinburg (Sachsen-Anhalt). Dort wollen sie bereits vor dem Eintritt den ersten Hitlergruß gesehen haben, wenig später sei außerdem ein schwuler Mann als "linke Zecke" beleidigt worden.
Als sie im Club Partygänger auf Hakenkreuz-Bilder von Hunnel ansprechen, kommen die Reporter zu dem Schluss, dass sich niemand an der fragwürdigen Vergangenheit des DJs stören würde.
Auch der Tekk-Rapper "Schillah" steht im Fokus. Bei einem Besuch des Künstlers in seiner Heimatstadt Weida (Thüringen) konfrontiert ihn die Reporterin mit seinen "doppeldeutigen" Liedtexten, darunter aus seinem erfolgreichsten Song "Es eskaliert" (2024).
Tekk-Rapper "Schillah" will Verbindung seines Songs zur Waffen-SS erst später bemerkt haben
Schillah erklärt daraufhin, dass "Monde" vergangen seien, ehe er und sein Team festgestellt hätten, dass manch einer in diesem Titel eine Verbindung zur Waffen-SS sehen könnte. Er selbst habe es so jedoch nie gemeint, betont Schillah.
Die Reporterin resümiert nach dem Gespräch mit Schillah, dass sie ihm seine Naivität im Vorfeld der Song-Veröffentlichung abkaufe.
Zugleich spüre sie, dass es dem Sänger nun ein Anliegen sei, es besser zu machen.
Bei Tekk-Fans kommt die Reportage derweil nicht gut an. Unter einem entsprechenden Instagram-Beitrag von "Y-Kollektiv" heißt es mehrfach: "Tekk ist nicht rechts!"
Neue Reportage von "Y-Kollektiv": Event-Agentur spricht von "Hass und Hetze"
Dass die Musik von manchen Personen "zweckentfremdet" werde, würden einige Nutzer zugleich aber auch merken.
In den Kommentaren findet sich zudem eine ausführliche Stellungnahme der Event-Agentur "KommaKlar GmbH" aus Sachsen-Anhalt. Sie wirft dem Reportage-Team vor, mit "oberflächlich recherchierten Einzelfällen" einen falschen Eindruck der Hardtekk-Szene zu vermitteln.
"Eine solche allgemeine Pauschalisierung und öffentliche Verurteilung einer gesamten Szene oder Personengruppe kann aus unserer Sicht jedoch ebenfalls als Form von Hass und Hetze verstanden werden", schreibt die Agentur.
Die ganze Reportage könnt Ihr Euch in der ARD-Mediathek anschauen.
Titelfoto: Bildmontage: Radio Bremen/MDR

