Raser geht Polizei ins Netz: Bei Kontrolle am Folgetag trauen Beamte ihren Augen kaum

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Hamburg - Einmal kurz aufs Gaspedal gedrückt und schon wird aus der Straße eine Rennstrecke. Raser können schnell zur Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer werden. Deshalb nehmen Polizei und Behörden Temposünder mit verstärkten Verkehrskontrollen ins Visier - auch in Hamburg.

Der Fahrer der gestoppten Autos war mit zu hoher Geschwindigkeit unterwegs. (Symbolfoto)
Der Fahrer der gestoppten Autos war mit zu hoher Geschwindigkeit unterwegs. (Symbolfoto)  © Frank Rumpenhorst/dpa

Bei "stern TV am Sonntag" werden Polizist Cedric Wilgalis und seine Kollegin bei genau diesen Kontrollen in Hamburg begleitet. Dabei haben sie alle Hände voll zu tun.

Unterwegs auf den Straßen fällt den Beamten in Zivil plötzlich ein BMW auf. Hinter dem Steuer: Ein junger Mann, der immer wieder stark beschleunigt.

Mit viel zu hoher Geschwindigkeit brettert er über die Straße, düst teilweise sogar in Schlangenlinien. Als sich die Polizisten nach zehn Minuten zu erkennen geben, ziehen sie den Wagen samt Fahrer an einer Tankstelle aus dem Verkehr.

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"Wir sind hier bei 26 km/h zu schnell innerorts" so Wilgalis zu dem Mann am Steuer. Als dann auch noch die Personalien des Rasers kontrolliert werden fällt auf, der Fahrer ist bereits polizeibekannt - unter anderem wegen mehrerer Einbrüche und Diebstähle.

Die Konsequenz für das Fahrverhalten: 360 Euro Bußgeld und einen Punkt in Flensburg. Eher unbeeindruckt setzt der Mann seine Fahrt schließlich fort.

Polizei zieht wieder Raser aus dem Verkehr, Beamte sind verblüfft

Innerhalb von 24 Stunden erwischten die Beamten den Raser gleich zweimal. (Symbolfoto)
Innerhalb von 24 Stunden erwischten die Beamten den Raser gleich zweimal. (Symbolfoto)  © Sven Hoppe/dpa

Als die Beamten einen Tag später durch den Stellinger Tunnel in Hamburg fahren, rast plötzlich ein Mercedes mit sehr hoher Geschwindigkeit an ihnen vorbei. Sofort nehmen die Polizisten die Verfolgung auf.

Das Spielchen beginnt von vorn. Erneut ziehen die Beamten den Wagen samt Fahrer an einer nahegelegenen Tankstelle aus dem Verkehr.

Als Wilgalis schließlich zu dem Raser ans Auto tritt und ihn mit seiner Taschenlampe anleuchtet, traut er seinen Augen kaum. "Das kann nicht sein!" so der Beamte überrascht.

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Doch weshalb die Aufregung? Am Steuer befindet sich doch tatsächlich derselbe Mann, der von den Beamten bereits einen Tag zuvor aus dem Verkehr gezogen wurde - diesmal jedoch mit einem anderen Auto.

"Ich sage mal so, bei der Geschichte von gestern und von heute gibt es erst einmal Fahrverbot und eine MPU", so Wilgalis, während er die Personalien erneut aufnimmt.

Diesmal war der Mann sogar 61 km/h zu schnell. Das heißt über 50 Prozent der erlaubten Höchstgeschwindigkeit. Dabei gehen die Beamten automatisch von Vorsatz aus. Dem Mann stehen nun zwei Monate Fahrverbot bevor, zwei Punkte in Flensburg und ein Bußgeld von 1200 Euro.

Ob er diesmal etwas aus der Kontrolle gelernt hat? Langsamer wolle er in Zukunft nicht fahren, entgegnete er auf Nachfrage des Kameramanns. Und auch Wilgalis erklärt: "Nichts gelernt, uneinsichtig. Aller guten Dinge sind drei. Vielleicht kriegen wir ihn noch mal."

Titelfoto: Fotomontage: Frank Rumpenhorst/dpa, Sven Hoppe/dpa

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