Rea Garvey schwärmt von Ostdeutschland: "Die waren einfach wilder"

Leipzig - Seit fast 30 Jahren ist der Rockstar und Songwriter Rea Garvey (53) in Deutschland zu Hause. Der Ire erinnerte sich im MDR "Riverboat" noch einmal an seine ersten Erfahrungen in dem Land. Vor allem der östliche Teil des Landes hat ihn positiv beeindruckt.

Im Rahmen seiner "Christmas Calling"-Tour kommt Rea Garvey (53) im November für ein Konzert nach Leipzig.  © IMAGO / STAR-MEDIA

Bevor Garvey 1998 "Reamonn" gründete, war er Teil der irischen Band "Reckless Pedestrians". Zufällig kam die Gruppe in den frühen 90er-Jahren nach Deutschland, weil der Geiger eine Freundin aus Gummersbach hatte.

Für den Iren war das eine schöne Erfahrung, "weil alle haben die Arme für uns aufgemacht", erzählte er.

"Riverboat"-Moderator Matze Knop (51) sprach den Sänger dann auf ein älteres Zitat an und bat um Einordnung: "Du hast gesagt: Je weiter ihr nach Osten gekommen seid, desto mehr habt ihr euch wie Superstars gefühlt."

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Garvey bestätigte das. Die irische Band habe als eine der ersten internationalen Gruppen nach der Wende auch in kleineren Städten in Ostdeutschland wie Frankfurt (an der Oder) oder Greifswald gespielt.

Vor allem das Publikum dort habe ihn beeindruckt. "Die waren einfach wilder", erklärte er schmunzelnd.

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Rea Garvey verstört vom FKK-Strand: "War absolut fremd"

Rea Garvey wanderte 1998 nach Deutschland aus und gründete dort die Band "Reamonn", mit der er große Erfolge feierte.  © Marcus Brandt/dpa

Je mehr Zeit sie in der früheren DDR verbrachten, desto mehr wurden die jungen Männer aber auch mit der Kultur dort konfrontiert. Eine Erfahrung schockierte sie nachhaltig. Aus Versehen geriet die Band an einen FKK-Strand!

Rea Garvey erinnerte sich, dass sie abends mit Bier am Strand gegessen hatten. Als sie am nächsten Morgen zurückkamen, rieben sie sich alle verwundert die Augen. "Irgendwas war anders, als wir es kennen. Die haben alle nichts an", erinnerte sich der 53-Jährige. "Das war für uns absolut fremd."

Dass die sechs Iren mit Kleidung am FKK-Strand saßen, irritierte aber wiederum die dortigen Nacktschwimmer. Garvey und seine Bandkollegen fühlten sich unter Druck gesetzt und haben sich nacheinander ausgezogen. "Ich habe mich nicht wohlgefühlt, aber ich habe es gemacht", beschrieb er die Situation.

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Gleichzeitig bewunderte er aber auch die Einstellung der Menschen. "Wir konnten die Themen [Anmerkung der Redaktion: Themen wie Nacktheit, Sexualität, etc.] in Irland nicht angehen und im Osten war es extrem offen", sagte Garvey.

Er hatte in Irland eine strenge, christliche Erziehung genossen. Heute ist er darüber glücklich, denn: "Es hat mir viel mehr Zeit gegeben. Die Liebe zu meiner Frau ist nicht an einem Tag entstanden, sondern hat sich aufgebaut. Du hast gar nichts gewusst und dieses Abenteuer, mit einer Person alles zu lernen - ich bin so dankbar dafür", erklärte er. Der "Supergirl"-Sänger lernte seine Ehefrau Josephine in Deutschland kennen und heiratete sie 2002.

Die ganze Ausgabe des MDR "Riverboat" vom 11. September könnt Ihr in der ARD Mediathek streamen.

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