Girokonto wechseln ohne Chaos: Diese Dinge werden oft vergessen

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Deutschland – Ein Kontowechsel klingt zunächst einfach: Ein paar Formulare, eine neue IBAN und eine neue Karte, fertig. In der Praxis hängt aber deutlich mehr daran.

Gehalt, Miete, Versicherungen, der Handyvertrag und vieles mehr laufen oft jahrelang über dasselbe Konto.

Beim Wechsel auf ein anderes Konto ist daher viel zu beachten, denn in vielen Fällen müssen zahlreiche Abbuchungen angepasst werden.

Oft hängen außerdem Sparpläne und Geldanlagen am alten Konto, die ebenfalls eine Anpassung erfordern.

Worauf Ihr im Detail achten müsst, erfahrt Ihr hier.

Was muss das neue Konto leisten?

Ein neues Konto sollte zum Alltag passen, von Kartenzahlung bis Online-Banking.

Wer zu einem neuen Kontoanbieter wechseln will, sollte nicht nur auf die Gebühren oder eine schnelle Kontoeröffnung schauen.

Entscheidend ist, dass das Konto zum Alltag passt.

Das neue Girokonto muss regelmäßige Zahlungseingänge, Kartenzahlungen, Bargeldabhebungen und Online-Banking zuverlässig abdecken.

Auch App-Funktionen spielen heute für immer mehr Kontonutzer eine große Rolle.

Echtzeitüberweisungen, Push-Nachrichten oder Karteneinstellungen können im Alltag ebenfalls nützlich sein.

Wer oft unterwegs ist, sollte außerdem genau darauf achten, wo die Karte eingesetzt werden kann, wie Bargeldabhebungen geregelt sind und welche Kosten im Ausland entstehen können.

Oft werden die Zahlungseingänge zu spät umgestellt

© Magnific / rawpixel.com

Gehalt, Rente oder Ausbildungsvergütung werden in der Regel schnell auf das neue Konto umgestellt.

Auch Kindergeld, Unterhalt, BAföG oder Mieteinnahmen gehören zu den regelmäßigen Zahlungseingängen, die beim Wechsel nicht übersehen werden sollten.

Hinweis: Wenn eine Stelle noch die alte Bankverbindung nutzt, dieses Konto dann später aber bereits geschlossen wurde, werden Zahlungen zurückgebucht und das Geld ist erst mit Verzögerung auf dem Konto.

Lastschriften sind nicht dasselbe wie Daueraufträge

Bei regelmäßigen Zahlungen macht es einen wichtigen Unterschied, ob sie als Lastschrift oder als Dauerauftrag laufen:

Daueraufträge werden selbst eingerichtet, etwa für Miete, Kreditraten, Sparraten oder Unterhalt. Beim Kontowechsel müssen sie auf dem neuen Konto erneut angelegt und beim alten Konto gelöscht werden.

Lastschriften werden von Unternehmen eingezogen (z. B. Versicherungen, Abonnements) – der jeweilige Vertragspartner muss die neue Bankverbindung erhalten. Andernfalls versucht er weiter, vom alten Konto abzubuchen. Manchmal fällt das erst auf, wenn eine Mahnung kommt.

Checkliste: Diese Zahlungen nicht vergessen

Um alle Zahlungen erfolgreich umzustellen und nichts zu vergessen, ist die Erstellung einer Checkliste sinnvoll.

Die letzten Kontoauszüge zeigen meist schnell, wer regelmäßig Geld bekommt oder überweist. Trotzdem lohnt sich ein Blick über mehrere Monate, denn nicht jede Zahlung erfolgt monatlich.

Während die großen Posten meist bedacht werden, gehen kleine Abos leicht unter. Sie verursachen dann später oft unnötige Komplikationen im Alltag.

Hinterlegte Kartendaten nicht vergessen

© Magnific / DC Studio

Mit einem neuen Konto wird meist auch eine neue Karte genutzt. Damit ist die alte Karte aber nicht automatisch aus dem Alltag verschwunden.

Sie ist oft in Online-Shops, App-Stores, bei Fahr- und Lieferdiensten oder bei Reiseportalen hinterlegt.

Wenn dort noch die alte Karte gespeichert ist, scheitert die nächste Zahlung möglicherweise ohne große Vorwarnung.

Das kann bei einem Musikabo harmlos sein. Bei einer Reisebuchung, einem Mietwagen oder einem wichtigen Einkauf ist es deutlich störender.

Auch digitale Wallets sollten geprüft werden. Manchmal ist dort noch die alte Karte hinterlegt, und an der Kasse funktioniert die Zahlung mit dem Handy plötzlich nicht mehr.

Rückerstattungen können noch auf dem alten Konto landen

Beim Kontowechsel geht der Blick oft zuerst auf Abbuchungen. Spätere Gutschriften werden dagegen leicht vergessen.

Wer kurz vor dem Wechsel etwas retourniert, eine Reise storniert oder Geld vom Energieanbieter erwartet, hat dort möglicherweise noch die alte IBAN hinterlegt.

Kautionen, Nebenkostenabrechnungen, Steuererstattungen oder Rückzahlungen von Versicherungen kommen oft erst Wochen später. Deshalb ist vor der Kontoschließung die Frage wichtig, ob offene Erstattungen vorhanden sind. Ist das der Fall, sollte die neue Bankverbindung rechtzeitig hinterlegt werden.

Das alte Konto nicht zu früh schließen

© Magnific / wayhomestudio

Der häufigste Fehler beim Kontowechsel ist Ungeduld. Sobald das neue Konto funktioniert, wirkt das alte Konto überflüssig.

Ganz so einfach ist es aber nicht. Ein paralleler Betrieb beider Konten über einige Wochen kann viele Probleme verhindern. In dieser Zeit können dann vergessene Umstellungen bemerkt und nachgeholt werden.

Auf dem alten Konto sollte noch etwas Guthaben bleiben, damit kleine Beträge nicht sofort platzen.

Auch Kontoauszüge, Steuerunterlagen und wichtige Nachweise sollten vor dem Schließen des Kontos gesichert werden. Wenn keine Kontobewegung mehr auftaucht, kann die Kündigung entspannt erfolgen.

Auch mit Wechselservice bleibt Kontrolle wichtig

Viele Banken bieten inzwischen Unterstützung beim Kontowechsel an. Solche Services können Zahlungspartner informieren, bei der Umstellung von Daueraufträgen helfen oder eine Übersicht über wiederkehrende Buchungen erstellen.

Trotzdem bleibt Kontrolle wichtig. Seltene Zahlungen werden möglicherweise nicht automatisch erkannt.

Das betrifft vor allem Verträge, bei denen nur einmal im Jahr eine Abbuchung erfolgt. Deshalb sollte nach dem Wechsel noch länger regelmäßig geprüft werden, ob alle wichtigen Buchungen auf dem richtigen Konto landen.

Neue Karte, neue App, neue Sicherheitsregeln

Nach dem Kontowechsel sollte nicht nur geprüft werden, ob Geld eingeht und die Karten funktionieren.

Wichtig ist zum Beispiel, ob Überweisungen per App freigegeben werden, welche Limits für die Karte gelten und wie schnell sie im Notfall gesperrt werden kann.