Angst um "Dü-di-de-dü": Europa-Park plant Euro-Mir-Neubau - Verschwindet jetzt der Kult-Song?

Von Valentin Gensch

Rust/Freiburg - "Legendär", "Kult", "Hymne des Dreiländerecks": So beschreiben Millionen von Fans den Soundtrack der "Euro-Mir"-Achterbahn im Europa-Park in Rust. Bald soll die Attraktion jedoch ersetzt werden. Könnte mit dem geplanten Neubau auch der bekannte Ohrwurm verschwinden?

Benjamin Klug (52, l.) und Christian Steiger (52) sind die Komponisten und Produzenten des Soundtracks der Achterbahn "Euro-Mir".  © Philipp von Ditfurth/dpa

Komponiert haben ihn zwei Männer, die mit Musik im Grunde fast nichts mehr am Hut haben. Die Freiburger Benjamin Klug und Christian Steiger (beide 52) arbeiten heute in der Softwarebranche.

1997 erschufen sie den Titel, der sich über Generationen in Millionen Köpfen europaweit festgesetzt hat: "Dü-di-de-dü" - so kann man das musikalische Motiv am ehesten in Worte fassen. "Ein Pizzicato-Sample, das so ein bisschen klingt wie eine angezupfte Geige", sagt Komponist Klug.

Der Park arbeitet nach eigenen Angaben an einer Kooperation mit der Europäischen Weltraumorganisation ESA. Der Weltraum bleibt also in Rust, die Leute lieben die Thematisierung. Bleibt auch der Song oder wenigstens der "Dü-di-de-dü"-Sound?

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"Hierzu können wir derzeit noch nichts sagen", teilt eine Sprecherin des Parks knapp mit und ergänzt: "Wir wissen aber, dass der Song einen Kultstatus weit über den Europa-Park hinaus hat, und freuen uns darüber."

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Das beliebte Fahrgeschäft "Euro-Mir" hat nach 30 Jahren ausgedient.  © Patrick Seeger/dpa

40 bis 50 Millionen Mal gestreamt

Die Männer, Anfang 20, produzierten damals ohnehin hobbymäßig Musik. Klug brachte das musikalische Know-how und Wissen aus der Tontechnik mit, Steiger war in der Freiburger Clubszene aktiv und wusste, welche Sounds die Leute zum Tanzen brachten. Maximal einen halben Tag hat es gedauert, das Motiv, die Hook des Songs "Dü-di-de-dü" zu finden.

"Das sind letztendlich maximal einfache Tonfolgen", beschreibt Klug, "aber das macht es natürlich so eingängig."

Christian Steiger schätzt, dass über die Jahre der Song 40 bis 50 Millionen Mal über die bekannten Streamingplattformen wie Spotify oder Apple Music abgespielt worden ist. Dazu kommen bei TikTok oder Instagram Millionen Video-Aufrufe, in denen Ausschnitte des Lieds verwendet werden. 

Steiger selbst postete kürzlich ein Reel bei Instagram mit den Worten: "Du hast vor 30 Jahren einfach einen Track komponiert … und plötzlich ist er für Millionen ein Stück Kindheit." Der Clip brachte es zuletzt auf rund drei Millionen Aufrufe und ging viral.

Fast 30 Jahre nach Eröffnung der Achterbahn werden die bunten Züge in diesem Jahr die letzten Runden drehen. Der Europa-Park hat unlängst angekündigt, die Bahn zu ersetzen. Das russische Weltraumthema hat dann ausgedient. 

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Hoffnung für den Verbleib des Songs

Insgesamt zwei Monate tüftelten die Komponisten an dem "Euro-Mir"-Song.  © Philipp von Ditfurth/dpa

Bereits im Jahr 2018 gestaltete der Park die Dunkelachterbahn "Eurosat", eine Weltraum-Achterbahn mit Kultstatus, um. Schon damals verlangten viele Fans, den Song "In a second orbit" beizubehalten. Ihr Wunsch wurde gehört - zumindest teilweise. Im Soundtrack der umgebauten Bahn "Eurosat - CanCan Coaster" findet sich zumindest das prägnante Motiv wieder.

Würden die beiden Männer eine neue Version des "Euro-Mir"-Songs produzieren? "Lust hätte ich schon", sagt Benjamin Klug, "aber es müsste natürlich wieder in dieser Konstellation sein." Auch Christian Steiger sagt: "Lust habe ich." Aber: "Das Ding muss ja dann schon richtig gut werden", findet Steiger.

Zeit hätte das Duo noch. Der Park plant, die umgebaute Achterbahn 2028 zu eröffnen.

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