Fieber und weniger Milch: Exotisches Rinder-Virus in Baden-Württemberg nachgewiesen

Von Christopher Hirsch

Stuttgart/Greifswald - Ein neues Virus ist nach Europa eingeschleppt worden und breitet sich nun bei Rindern in Süddeutschland aus.

Bei den betroffenen Tieren traten Fieber, Durchfall und sinkende Milchleistung ein. (Symbolfoto)  © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Die betroffenen Tiere zeigten Fieber und Durchfall, Milchkühe geben weniger Milch, wie das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) erklärte, das sich als Bundesforschungsinstitut der Tiergesundheit widmet. Übertragen wird das Virus durch blutsaugende Gnitzen.

Das FLI bei Greifswald untersuchte vier Proben aus Baden-Württemberg und kam zu dem Schluss, dass es sich um ein bislang nicht näher charakterisiertes Orthobunyavirus aus der Simbu-Serogruppe handelt. Viren dieser Gruppe kämen vor allem in Afrika, Asien und Australien vor.

Das neue Virus gehört zu einer Gruppe, zu der auch das Schmallenberg-Virus gehört. Dieses war 2011 nach Deutschland gelangt und sorgte in den darauf folgenden Jahren vor allem bei Schafen für Fehlgeburten und Missbildungen. Mehr als 2000 Höfe waren damals betroffen.

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Infiziert mit Viren dieser Gruppe werden demnach überwiegend Wiederkäuer, insbesondere Rinder, Schafe und Ziegen. Außerdem wurden Antikörper bei Alpaka, Bison, Reh-, Rot-, Dam- und Muffelwild nachgewiesen.

Das Schmallenberg-Virus ist nicht auf den Menschen übertragbar. Das neue Virus stellt laut dem Institut "nach bisherigem Kenntnisstand kein relevantes Infektionsrisiko für den Menschen dar". Das müsse nun aber genauer untersucht werden.

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Wird Virus auf Fötus im Mutterleib übertragen?

Das Friedrich-Loeffler-Institut hat den bislang unbekannten Erreger untersucht und weiter charakterisiert.  © Stefan Sauer/dpa

Laut FLI führen Infektionen mit Viren der Gruppe bei erwachsenen Tieren in der Regel lediglich zu milden bis moderaten klinischen Erscheinungen. "Von besonderer Bedeutung ist jedoch die mögliche Übertragung auf den Fötus während der Trächtigkeit. Abhängig vom Zeitpunkt der Infektion können Aborte, Totgeburten und schwere angeborene Fehlbildungen auftreten."

Inwiefern derartige Probleme infolge des nun nachgewiesenen Virus auftreten, müsse noch untersucht werden, erklärte das Institut. Da die entsprechenden Mücken noch bis November aktiv sind, müsse mit einer weiteren und möglicherweise schnellen Ausbreitung des Virus gerechnet werden.

"Wir wissen noch nicht genau, welches Potenzial das Virus in sich trägt", sagte eine FLI-Sprecherin. Möglicherweise ginge es darum, jetzt möglichst schnell einen Impfstoff zu entwickeln.

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