Von Martin Oversohl
Stuttgart – Der Wolf im Nordschwarzwald soll nach Angaben des Umweltministeriums frühestens nächste Woche gejagt werden.
Zwar sagte der Sprecher der Behörde: "Aufgrund der hohen potenziellen Gefahr durch Begegnungen des Wolfes mit Menschen wird das Entnahmeteam zeitnah tätig werden müssen."
Zunächst wolle die Behörde abwarten, wie das Verwaltungsgericht Stuttgart seinen jüngsten Beschluss begründe, teilte ein Sprecher des Ministeriums mit. Erst dann werde entschieden, ob ein Team professioneller Jäger in der kommenden Woche losziehe.
Allerdings ist mit einem Abschuss am Wochenende eher nicht zu rechnen: Da dann zu viele Ausflügler in der Nationalpark-Region unterwegs seien, könnten die Wolfsjäger am Samstag und Sonntag ohnehin nicht ihren Auftrag ausführen, sagte der Sprecher weiter.
Am Donnerstag hatte das Verwaltungsgericht Stuttgart den Wolf im Nordschwarzwald zum Abschuss freigegeben, weil sich dieser zu oft Menschen genähert habe.
Er bekräftigte damit die umstrittene Entscheidung von Umweltministerin Thekla Walker (56, Grüne).
Abschuss rechtlich zulässig
Die Behörde will nun nach eigenen Angaben zwar zunächst abwarten, ob die klagende Naturschutzinitiative - wie angekündigt - Beschwerde beim Verwaltungsgerichtshof einlegt. Dazu hat sie zwei Wochen Zeit. Allerdings muss das Ministerium nicht so lange warten, bis es die professionellen Jäger beauftragt.
Denn der Wolfsrüde mit der Kennung GW2672m darf laut Gericht "ab sofort" gejagt und erlegt werden.
Ursprungsmeldung 10.44 Uhr, aktualisiert 13.19 Uhr