"Lebensbedrohlich": Experten warnen vor neuer Droge Cychlorphin

Von Marco Krefting

Karlsruhe - Sucht-Experten und Ärzte warnen vor einer neuen gefährlichen Designer-Droge namens Cychlorphin, die inzwischen auch in Deutschland kursiert.

Ein Warnhinweis vor der synthetischen Droge Cychlorphine hängt in einem Drogenkonsumraum.
Ein Warnhinweis vor der synthetischen Droge Cychlorphine hängt in einem Drogenkonsumraum.  © Marijan Murat/dpa

Bundesweit verbreitete sich zuletzt ein Warnhinweis der Arbeiterwohlfahrt (Awo) Karlsruhe. Dort war Cychlorphin in Urinproben von Patienten der Awo-Ambulanz und in einer sichergestellten Flasche nachgewiesen worden.

Es zählt zu den neuen psychoaktiven Stoffen (NPS). "Aus England wurden mehrere Todesfälle aufgrund dieser Substanz gemeldet."

Cychlorphin wirkt in winzigen Mengen und kann auch schon in geringen Dosen lebensbedrohliche Zustände auslösen. Typische Symptome einer Überdosierung sind verlangsamte oder aussetzende Atmung, Bewusstlosigkeit und Atemstillstand, wie es beim Verein Condrobs heißt.

Schwerer Vergiftung nach Einnahme von gelben Tabletten

Die Einnahme der neuen Designer-Drogen kann zu Atemstillstand führen. (Symbolbild)
Die Einnahme der neuen Designer-Drogen kann zu Atemstillstand führen. (Symbolbild)  © Marijan Murat/dpa

Laut dem Projekt NEWS (National Early Warning System) des Instituts für Therapieforschung in München sind neben den Nachweisen im Raum Karlsruhe hierzulande gelbe Tabletten im Umlauf, die unter anderem Cychlorphin enthielten.

Ende September hatte zudem das Universitätsklinikum Freiburg über einen schweren Vergiftungsfall berichtet, bei dem die Einnahme einer Tablette mit Cychlorphin beinahe tödlich geendet sei.

Der Ärztliche Leiter der Awo-Ambulanz für Substitution in Karlsruhe, Christoph Stoll, teilte der Deutschen Presse-Agentur mit, seit Mitte Januar berichteten die dortigen Patienten nicht mehr von Cychlorphin-Konsum.

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Der Stoff sei nur ein Beispiel. "Wir müssen damit rechnen, dass immer wieder neue synthetische Opioide entwickelt und vertrieben werden." Hintergrund sind laut Stoll die Verknappung von Heroin auf dem Schwarzmarkt und weltweite Vertriebswege. "Wir müssen wachsam und auf der Hut sein."

Titelfoto: Marijan Murat/dpa

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