Hochgiftige Schlagen sichergestellt: Bleibt die Kommune auf den Kosten sitzen?

Von Anne-Sophie Schuhwerk

Blaichach - Die Allgäuer Gemeinde Blaichach hat im März 2024 neun hochgiftige Schlangen bei einer Privatperson sicherstellen lassen. Das könnte sie nun im wahrsten Sinne des Wortes teuer zu stehen kommen.

Verschiedenen giftige Schlagen wurden sichergestellt und zu einer Auffangstation gebracht. (Symbolbild)  © Roland Weihrauch/dpa

Rund 100.000 Euro Kosten drohen der 5500 Einwohner zählenden Kommune für die Unterbringung der Klapperschlangen und Lanzenottern.

"Weil die Person, bei der die Tiere gefunden wurden, nicht die entsprechenden Genehmigungen hatte, war die Gemeinde gezwungen, die Schlangen sicherstellen zu lassen", erklärte Bürgermeister Christof Endreß (CSU).

Die Tiere landeten in einer Auffangstation in München, die Gemeinde unterschrieb für deren Unterbringung und sandte einen Bescheid an den Halter. Der aber wollte nicht bezahlen und klagte beim Verwaltungsgericht Augsburg.

Bayern Osterbrunnen in Bayern: Das steckt hinter der Tradition

Das wiederum empfahl laut Endreß einen Vergleich und kritisierte, dass die Gemeinde den Bescheid erst einige Monate nach der Sicherstellung verschickt hatte.

Derzeit steht zur Debatte, dass die Kommune rund 100.000 Euro und die Privatperson 15.000 Euro bezahlt.

Anzeige

Halter will Unterbringung nicht zahlen und klagt, Gemeinderat müsste Vergleich zustimmen

"Bevor es aber so weit kommt, muss erst der Gemeinderat zustimmen", sagte Endreß. Lehnt er ab, geht das Verfahren vor Gericht weiter. In der entscheidenden Sitzung rechnet der Rathauschef mit lebhaften Diskussionen: "Viele stellen sich die Frage: Muss wirklich der Steuerzahler diese hohe Summe tragen?"

Sollte die Gemeinde bezahlen müssen, treibe sie die Summe nicht in den Ruin. Sie habe das Geld laut Endreß "aus dem Sparstrumpf vorgestreckt", dennoch sei es möglich, dass kommende Ausgaben geringer gehalten werden müssen und Anschaffungen kleiner ausfallen.

Mehr zum Thema Bayern: