München - Die Bayerische Krankenhausgesellschaft e.V. (BKG) warnt gemeinsam mit dem Bayerischen Landeskriminalamt (BLKA) vor sogenannten "Schockanrufen", bei denen sich Betrüger in Bayern als Klinikbeschäftigte ausgeben.
Wie das Landeskriminalamt am Dienstag mitteilte, behaupten derzeit vermehrt Anrufer, ein naher Angehöriger sei nach einem schweren Unfall oder aufgrund einer lebensbedrohlichen Erkrankung im Krankenhaus aufgenommen worden.
Die Sorge um die Liebsten wird schamlos ausgenutzt: Im Gespräch üben die Betrüger dann emotionalen Druck aus und fordern hohe Geldsummen. Die Zahlung sei angeblich sofort notwendig, um die Behandlung und Versorgung des Familienmitglieds sicherzustellen.
Laut den Ermittlern setzten die Kriminellen ihre Opfer bewusst unter Druck, sodass diese nicht mehr in der Lage sind, rationale Entscheidungen zu treffen.
Dabei nutzen die Täter auch Künstliche Intelligenz, um die Masche noch glaubhafter zu gestalten. "Diese Anrufe sind perfide und zielen darauf ab, Menschen in einer emotionalen Ausnahmesituation zu schnellen Entscheidungen zu bewegen", erklärt BKG-Sprecher Eduard Fuchshuber.
"Krankenhäuser fordern niemals telefonisch Geldzahlungen von Angehörigen, um medizinische Behandlungen durchzuführen oder fortzusetzen", betont Fuchshuber.
Betrüger geben sich als Krankenhaus-Mitarbeiter aus und verlangen Geld
Die BKG und das Bayerische Landeskriminalamt empfehlen bei solchen Anrufen:
- Leg sofort auf, sobald am Telefon Geld gefordert wird. Lass Dich nicht auf Diskussionen ein.
- Ruf die vermeintlich betroffene Person unter der Dir bekannten Telefonnummer an.
- Wähle aktiv den Notruf 110.
Die Krankenhausgesellschaft betont: Notfallbehandlungen oder Operationen werden sofort durchgeführt und nicht von vorherigen Zahlungen abhängig gemacht! Krankenhäuser verlangen niemals eine Bezahlung per Vorkasse, Bargeld oder Wertsachen.
Ein gesundes Misstrauen am Telefon ist keine Unhöflichkeit, so die Polizei.