Regen bringt kaum Entspannung: Bayerns Wasserstände weiter im Keller
Von Angelika Resenhoeft
Augsburg - Der Regen der vergangenen Tage hat für Bayerns Flüsse und Seen längst nicht die erhoffte Entspannung gebracht. Auch das Grundwasser ist vielerorts weiter zu niedrig.
Derzeit werden an mehr als Dreiviertel der Messstellen niedrige und sehr niedrige Verhältnisse registriert, wie das Landesamt für Umwelt (LfU) in Augsburg mitteilte.
"Die aktuelle Situation ist angespannt", heißt es im Niedrigwasser-Lagebericht Bayern.
Deutlich werde dies im Vergleich mit den vergangenen fünf Jahren: Derzeit gebe es an 81 Prozent der oberflächennahen Grundwassermessstellen und Quellen niedrige und sehr niedrige Wasserstände.
2021 waren es zur selben Zeit nur 19 Prozent. Im Jahr 2022 registrierte das LfU 66 Prozent, im Folgejahr 41 Prozent und 2024 lediglich 6 Prozent. Im vergangenen Jahr habe der Wert um diese Jahreszeit bei 44 Prozent gelegen.
Das Landesamt geht davon aus, dass die Grundwasserstände und Quellschüttungen - das ist die Wassermenge, die an einer Quelle in einer bestimmten Zeit austritt - weiter sinken werden.
Und das auch, wenn für den restlichen August wechselhaftes Wetter mit örtlich kräftigen Schauern und Gewittern erwartet wird. Die öffentliche Trinkwasserversorgung in Bayern sei weiter gewährleistet, mancherorts aber angespannt.
Hitzewellen machten Deutschland schwer zu schaffen
Dem LfU zufolge gab es in diesem Jahr in Bayern bereits mehrere Hitzewellen. Im langjährigen Vergleich sei es seit mehr als fünfeinhalb Monaten durchgehend zu trocken, das bisherige Sommerhalbjahr deutlich zu warm gewesen.
Die Zahl der heißen Tage mit Temperaturen von 30 Grad und mehr übersteige das Mittel zum Teil um das Sechsfache: Im oberfränkischen Hof seien bisher 18 heiße Tage registriert worden, im unterfränkischen Kitzingen schon 51.
Die Lage in Bayerns Flüssen und Seen ist dem Landesamt zufolge weiter angespannt. Zwar seien die Wassertemperaturen etwa vom zuletzt sehr warmen Main und der etwas kühleren Donau rückläufig.
Vielerorts seien die Wasserstände der Gewässer zu niedrig, wie etwa 26 Prozent der Messstellen zeigten. An mehr als der Hälfte der Messstellen werde die Wassermenge, die der Fluss derzeit führt, als sehr niedrig eingestuft.
Gewässer sind teilweise ausgetrocknet
"Lokal fallende Niederschläge lassen die Wasserstände nur kurzfristig ansteigen und führen noch nicht dauerhaft zu einer Entspannung der Niedrigwasserlage", heißt es in dem Bericht.
Die Oberflächen-Temperaturen der Seen seien nach den zuletzt kühleren Tagen etwas niedriger, zum Teil aber immer noch hoch. "Der Wasserstand vieler natürlicher Seen in Bayern befindet sich schon über einen längeren Zeitraum im niedrigen und vermehrt auch im sehr niedrigen Bereich."
In einigen Fällen seien historische Niedrigstwerte erreicht. "Mehrere kleinere stehende Gewässer sind ausgetrocknet. Die Situation hat sich durch die Regenfälle zuletzt nur geringfügig geändert." Dies habe negative Folgen für Tiere und Pflanzen, Blaualgenblüten führten zu Badeverboten wegen Gesundheitsgefahr.
Titelfoto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa (Archivfoto)
