Wende im Geisterfahrer-Fall auf A70: Unfallfahrer wegen versuchten Mordes in U-Haft
Oberhaid/Bamberg - Nach dem schweren Verkehrsunfall in der vergangenen Woche auf der A70, bei dem mehrere Personen schwer verletzt wurden, ist aufgrund von neuen Ermittlungserkenntnissen der Geisterfahrer festgenommen und inhaftiert worden.
Das teilten die Staatsanwaltschaft Bamberg und das Polizeipräsidium Oberfranken am Dienstag mit. Der Geisterfahrer-Unfall selbst ereignete sich am Freitag.
Vier Personen wurden dabei laut Angaben der Behörden vom Unfallort mit schweren Verletzungen in umliegende Kliniken gebracht.
Der beschuldigte Ford-Fahrer konnte inzwischen das Krankenhaus wieder verlassen. Nach Eröffnung des Haftbefehls sei er am Dienstagnachmittag in eine JVA eingeliefert worden.
"Nach derzeitigem Ermittlungsstand soll der Mann bewusst entgegen der Fahrtrichtung auf die Autobahn aufgefahren sein und dabei einen folgenschweren Zusammenstoß mit anderen Verkehrsteilnehmern in Kauf genommen haben", hieß es in der gemeinsamen Mitteilung.
Der 46-Jährige verursachte den Zusammenstoß zwischen den Anschlussstellen Bamberg-Hafen und Viereth-Trunstadt. Ob er an der nächstgelegenen Anschlussstelle Eltmann vor dem Tunnel Schwarzer Berg aufgefahren ist, muss noch geklärt werden.
Insassen des Fahrschulautos konnten Klinik wieder verlassen
"Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Bamberg erließ deshalb ein Richter am Dienstag Untersuchungshaftbefehl wegen des Verdachts des versuchten gemeingefährlichen Mordes in Tateinheit mit gefährlichem Eingriff in den Straßenverkehr, vorsätzlichem Fahren ohne Fahrerlaubnis und gefährlicher Körperverletzung in drei Fällen."
Bei der mutmaßlich bewusst herbeigeführten Kollision krachte der Verdächtige mit seinem Wagen in einen BMW aus Forchheim – ein Fahrschulauto mit zwei Insassen – und einen Seat aus Haßfurt.
Die beiden BMW-Insassen hätten laut Mitteilung die Klinik wieder verlassen, der Seat-Fahrer befinde sich auf dem Weg der Besserung.
Derzeit seien die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen. Die inzwischen zuständige Kripo bittet um Hinweise von Zeugen und von Verkehrsteilnehmern, denen der silberfarbene Ford in falscher Richtung entgegenkam.
Sie werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 0951/9129-491 mit der Kriminalpolizei Bamberg in Verbindung zu setzen.
Titelfoto: NEWS5 / Ferdinand Merzbach

