Vermisster Patient tagelang tot auf Klinik-Toilette: Jetzt zieht das Krankenhaus Konsequenzen
Von Ute Wessels
Landshut - Nachdem im Juni im Bezirkskrankenhaus Landshut ein vermisster Patient nach Tagen tot auf einer Toilette entdeckt worden ist, hat die Einrichtung nach eigenen Angaben Such- und Schließroutinen angepasst. So soll möglichst verhindert werden, dass sich ein solcher Vorfall wiederholt.
Der 67-Jährige war laut Polizei seit dem 17. Juni vermisst und gesucht worden. Am 21. Juni zog die Polizei ihre Fahndungsmeldung zurück, da der Mann tot aufgefunden worden war. Hinweise auf Fremd- oder Gewalteinwirkung gab es nicht.
Eine Sprecherin des Bezirks Niederbayern als Krankenhausträger teilte mit, der Patient habe die offene Station verlassen, wohl um an einem Gruppenangebot teilzunehmen. Als er mittags nicht zurückgekehrt sei, habe das Klinikpersonal zu suchen begonnen und kurz darauf die Polizei verständigt.
Unklar blieb, weshalb der Mann nicht früher entdeckt worden ist.
Als Konsequenz sei etwa mit dem Reinigungsdienstleister vereinbart worden, in einer Schicht mehrere Reinigungsversuche von Toiletten vorzunehmen, wenn diese verschlossen sein sollten, und zugleich das BKH zu informieren.
Dann werde über eine Raumöffnung entschieden. Zudem sei das Reinigungsintervall dieser Toiletten von zweimal wöchentlich auf täglich hochgesetzt worden.
Das BKH Landshut stehe im Austausch mit anderen Gesundheitseinrichtungen, hieß es, und weiter: "Vergleichbare Fälle gab es bisher keine."
Titelfoto: Marcus Brandt/dpa (Symbolfoto)
