10.000-Euro-Döner in Berlin enthüllt: Mega-Andrang wie bei den Kaulitz-Zwillingen
Berlin - Vom Kreuzberger Kult-Imbiss ins Wachsfigurenkabinett: Der berühmte Gemüse-Kebap von Mustafa's am Mehringdamm ist jetzt museumsreif. Inhaber Tarik Kara (53) enthüllte nun bei Madame Tussauds Berlin den weltweit ersten Wachs-Döner samt originalgetreu nachgebautem Verkaufsstand. TAG24 war für Euch dabei.
Seit mehr als 20 Jahren stehen Touristen aus aller Welt bei Mustafa's Schlange. Auch beim Wachsfigurenkabinett war am Donnerstag der Andrang riesig: Zur feierlichen Enthüllung kamen mindestens genauso viele Menschen wie damals bei den Kaulitz-Zwillingen von Tokio Hotel.
Kara war sichtlich aufgeregt, wie er selbst zugab. "Ich möchte eigentlich nur Döner machen", sagte der Inhaber in der Presserunde. Erst später habe er begriffen, welche Bedeutung die Aktion für seinen Imbiss und den Döner insgesamt habe.
Die Mitarbeiter von Madame Tussauds besuchten ihn mehrfach in seinem Laden. Jede Zutat wurde einzeln vermessen und abgeformt. Besonders knifflig: das Brot und der krümelige Feta.
Rund 190 Arbeitsstunden stecken in dem Projekt. Allein der Wachs-Döner kostete 10.000 Euro. Zusammen mit dem originalgetreu nachgebauten Imbissstand waren es sogar 20.000 Euro. Jedes Detail stimmt. Sogar die Preise sind aktuell.
"Ich hab schon einiges erlebt mit dem Döner, aber dass er mal aus Wachs bei Madame Tussauds steht, das hätte ich nie gedacht", staunte Kara. Doch eine Frage brachte den Kebap-König im Gespräch mit TAG24 ins Grübeln: Würde er selbst als Tourist so lange für einen Döner anstehen?
Kara zögerte. Viele Berlin-Besucher kämen schließlich extra zu ihm, weil sie gehört hätten, dass sein Döner etwas Besonderes sei. Ob er sich in einem fremden Land selbst dafür anstellen würde? Da sei er sich nicht sicher.
Mustafa's Gemüse Kebap: Das Geheimnis hinter dem Kult-Döner
Dass die Schlange am Mehringdamm oft lang ist, liegt auch an seiner Philosophie. Schneller verkaufen um jeden Preis? Nicht mit Kara! "Der Geschmack fängt beim Fleisch an", erklärte der gebürtige Türke. Das brauche Zeit, auch wenn manche ihm das langsame Tempo negativ anlasten. Auf Qualität wolle er deshalb nicht verzichten.
Döner ist für Kara mehr als ein Beruf: Er liebt seine Arbeit, die für ihn auch nach 33 Jahren keine Routine geworden ist. Das würden die Kunden auch spüren.
Zum Döner kam Kara 1993, als sein Onkel ein Kebap-Lokal im brandenburgischen Eberswalde eröffnete. Seit 2005 betreibt Kara den berühmten Imbiss in Kreuzberg - seiner Heimat, wie er sagt.
Warum ausgerechnet sein Gemüse-Kebap so erfolgreich wurde? Döner sei praktisch, preiswert und beliebt. Vielleicht habe das Gericht irgendwann "einfach ein Gesicht gebraucht", vermutet Kara. Diese Rolle habe sein Imbiss möglicherweise übernommen. Seine Leidenschaft ist ungebrochen: Noch immer isst er nach eigenen Angaben fast täglich Döner. Seinen Mitarbeitern gehe es genauso.
Sein Erfolgsrezept fasste Kara bei der Enthüllung bescheiden zusammen: "Sie wollen einen guten Döner. Genau das haben wir gemacht, mehr nicht. Alles andere ist einfach passiert."
Titelfoto: Sören Stache/dpa

