14-Jähriger steigt in Bus und landet weit entfernt von seinem Ziel: Taxifahrer wird zum Helden

Berlin - Ein 14-jähriger Junge will seinen Vater besuchen. Der Erwachsene bucht für seinen Sohn ein Ticket. Mit dem Flixbus soll es von Würzburg aus nach Pforzheim gehen. Lenny steigt in den Bus, checkt vorher sogar noch die Busnummer, und doch landet er am Ende hunderte Kilometer vom eigentlichen Ziel entfernt.

Der 14-Jährige stieg zum Glück ins richtige Taxi. (Symbolbild)
Der 14-Jährige stieg zum Glück ins richtige Taxi. (Symbolbild)  © Christophe Gateau/dpa

Statt Pforzheim geht es nach Berlin. Sein Vater hatte versehentlich ein falsches Ticket gebucht. Was also tun?

Lenny ruft seine Mutter an. Die will sich ins Auto setzen und ihren Sohn in der großen unbekannten Hauptstadt abholen. Der Plan: Vom Busbahnhof soll es per Taxi zum Hauptbahnhof gehen. Dort soll er auf seine Mutter warten.

Sein Glück: Der Teenager steigt in das richtige Taxi, denn der Taxifahrer Maschid Aso Dolay ist von dem Plan alles andere als überzeugt, berichtet der BR. Ihm gefällt die Vorstellung, den 14-Jährigen stundenlang alleine zu lassen, überhaupt nicht.

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"Ich sagte: Mama, er ist ein bisschen bei mir, bis Sie kommen. Hier sind verschiedene Menschen unterwegs - gute Menschen, böse Menschen - und der ist 14 Jahre alt!", so Maschid gegenüber dem BR, der der Mutter seine Daten zukommen lässt.

Was er zu dem Zeitpunkt allerdings noch nicht weiß: bis seine Mutter eintreffen wird, dauert es noch fünf Stunden. Doch auch das ist kein Problem. Er macht stattdessen mit dem Jungen eine Stadtrundfahrt, besucht mit ihm ein Fast-Fast-Food-Restaurant, ehe Maschid der Mutter ein wenig entgegenkommt.

Taxifahrer unternimmt Spritztour mit Lenny

Es ist mittlerweile schon nach Mitternacht, als sich Mutter und Sohn an der Autobahn bei Potsdam endlich in die Arme schließen können. "Er hat einfach gewollt, dass es dem Lenny gut geht, und hat mir auch die ganze Fahrtzeit über diese Sicherheit gegeben: Deinem Sohn geht es bei mir gut", freut sich die Mutter über einen sehr aufmerksamen und freundlichen Taxifahrer.

Sie haben nun eine Geschichte, an die sie sich noch lange erinnern werden - dank Maschid!

Titelfoto: Christophe Gateau/dpa

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