50 Jahre Bowie in Berlin: Er kam zum Cleanwerden

Von Gregor Tholl, Marlen Rothenburg

Berlin - Vor 50 Jahren begann David Bowies (†69) legendäre "Berliner Zeit". Im August 1976 verlegte der britische Superstar seinen Lebensmittelpunkt nach West-Berlin – auf der Suche nach Abstand, Anonymität und einem Ausweg aus seiner Drogenabhängigkeit.

David Bowie starb 2016 im Alter von 69 Jahren an Krebs. (Archivfoto)  © Harald Menk/dpa

Ausgerechnet das damals von der Mauer geteilte West-Berlin sollte für Bowie zum Ort des Neuanfangs werden. Die Stadt galt bereits damals als wilde, raue Metropole mit einer ausgeprägten Drogenszene. Bowie wollte hier vor allem Abstand von seinem bisherigen Leben gewinnen und von den Drogen loskommen. "Es war in so vieler Hinsicht sehr befreiend für mich, in Berlin zu leben", sagte er später.

Zunächst wohnte Bowie bei Edgar Froese (†70) von Tangerine Dream in Schöneberg. Später zog er mit Iggy Pop (79) in eine Wohnung in der Hauptstraße 155. Das Haus steht noch heute – eine Gedenktafel erinnert an den berühmten Bewohner.

Auch das Berliner Nachtleben gehörte zu Bowies Alltag. Er besuchte unter anderem das "Anderes Ufer" – heute "Neues Ufer" – sowie das legendäre Travestiecabaret "Chez Romy Haag".

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Hier entstand Bowies legendärer Song "Heroes"

Eine Gedenktafel erinnert an David Bowies Berliner Zeit in Schöneberg. In dem Haus wohnte der Superstar während seines Berlin-Aufenthalts – hier entstand auch das berühmte Album "Heroes". (Archivfoto)  © Paul Zinken/dpa

Musikalisch wurde Berlin zu einem entscheidenden Kapitel in Bowies Karriere. In den Hansa Studios an der Köthener Straße entstand sein berühmtes Album "Heroes".

Das Studio lag damals unmittelbar an der Berliner Mauer – von dort aus konnte Bowie die Mauer und die DDR-Wachtürme sehen. Diese besondere Atmosphäre inspirierte ihn auch zum gleichnamigen Titelsong des Albums. "Heroes" erzählt von zwei Liebenden, die sich trotz der feindseligen Umgebung an einer Mauer begegnen – und ist bis heute eng mit der Berliner Mauer verbunden.

Doch Bowies Verbindung zu Berlin endete nicht mit seiner Zeit in der Stadt. Legendär ist sein Konzert 1987 am Reichstagsgebäude, bei dem er Grüße an die Menschen auf der anderen Seite der Mauer schickte. Nur 887 Tage später fiel die Mauer.

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2013 kehrte Berlin schließlich musikalisch in Bowies Leben zurück: Mit "Where Are We Now?" veröffentlichte er einen Song, der Stationen seiner Berliner Jahre wieder aufleben ließ.

Auch heute ist Bowie in Berlin noch präsent – nämlich als Wachsfigur im Madame Tussauds Berlin.

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