8000 Kilometer in drei Monaten für krebskranke Kinder: Berliner radelt bis zum Taj Mahal
Berlin - 8000 Kilometer, 15 Länder und unzählige Grenzerfahrungen: John Müller (26) fuhr mit seinem Fahrrad von Berlin bis zum Taj Mahal und sammelte dabei fast 50.000 Euro für krebskranke Kinder. Doch hinter der Tour steckt auch eine ganz persönliche Geschichte.
Was für viele wie ein verrücktes Abenteuer klingt, hatte für den 26-Jährigen einen ernsten Hintergrund. Unter dem Motto "Für die Chemokids" schwang sich der Berliner aufs Fahrrad, um Spenden für Kinder zu sammeln, die gegen den Krebs kämpfen.
Hinter der spektakulären Radtour steckt allerdings auch eine persönlichere Geschichte. Müller hat selbst ein Ewing-Sarkom überlebt, eine seltene Form von Krebs.
Seine eigene Erfahrung mit der Erkrankung war der Auslöser dafür, sich für krebskranke Kinder einzusetzen. Am Ende kamen durch die Aktion fast 50.000 Euro für die sogenannten Chemokids zusammen.
Rund 100 Kilometer legte Müller im Schnitt täglich zurück. Seine Reise startete im Mai dieses Jahres am Brandenburger Tor. Von dort aus durchquerte er 15 Länder und stellte sich dabei immer wieder neuen Herausforderungen. Auf Instagram nahm er seine Follower regelmäßig mit und gab Einblicke in sein außergewöhnliches Abenteuer.
So führte ihn seine Reise durch abgelegene Regionen, über gewaltige Gebirgspässe und in Länder, die für europäische Reisende kaum zugänglich sind.
Trotz aller Strapazen schafft es John Müller bis zum Taj Mahal
Müller musste unter anderem in Tadschikistan mehr als 2000 Höhenmeter an einem einzigen Tag überwinden. Von komfortablen Straßen war dabei nichts zu sehen. Stattdessen ging es über Schotterpisten, die nach schweren Naturkatastrophen teilweise komplett zerstört waren.
Auch die Wasserversorgung wurde zum Problem. Der junge Mann musste Wasser aus Flüssen und Seen nutzen und aufbereiten. Ein zweiter Wasserfilter wurde dabei zu einem wichtigen Helfer. Teilweise war der 26-Jährige zwei bis drei Tage völlig auf sich allein gestellt und begegnete dabei keinem einzigen Menschen.
Kurz vor dem Ziel erwischte ihn noch eine schwere Magen-Darm-Erkrankung. Doch nach Tausenden Kilometern wollte der Berliner nicht mehr aufgeben.
Schließlich erreichte er am Freitag das Ziel seiner außergewöhnlichen Reise: das weltberühmte Taj Mahal.
Die Freude war riesig – auch wenn der letzte Triumph einige kuriose Einschränkungen mit sich brachte. Sein Fahrrad und sogar sein Helm durften nicht mit auf das Gelände. Auch Blumen und Luftballons waren verboten. Für Müller war das letztlich nebensächlich. Er hatte geschafft, was er sich vorgenommen hatte.
Titelfoto: Instagram/john.w.mueller

