Berlin - Das legendäre Hotel "Adlon" am Brandenburger Tor in Berlin steht zum Verkauf. Für mindestens 280 Millionen Euro soll die Immobilie den Besitzer wechseln. Felix Adlon (59), Ururenkel des Hotelgründers Lorenz Adlon (†72), kann dabei allerdings nur zuschauen.
Obwohl er den berühmten Namen trägt, gehört ihm weder das Hotel noch die Marke "Adlon". Betrieben wird das Luxushotel von Kempinski, die Namensrechte liegen bei dem Immobilienunternehmer Anno August Jagdfeld (79).
"Die jüngste Ankündigung des Verkaufs hat mich sehr überrascht", sagte Felix Adlon der Süddeutschen Zeitung. Er selbst würde das Hotel am liebsten zurückkaufen – dafür fehlen ihm jedoch die finanziellen Mittel.
1907 eröffnete Lorenz Adlon das Haus nach nur zwei Jahren Bauzeit mit großem Pomp. Auch Kaiser Wilhelm II. gehörte zu den Gästen und machte das Adlon damit früh zu einer der ersten Adressen für Stars und Sternchen in Berlin.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es neu aufgebaut und 1997 wiedereröffnet. Rund 4000 Anleger hatten den Wiederaufbau über einen Immobilienfonds finanziert. Nun soll das Gebäude samt Grundstück erneut verkauft werden.
Felix Adlon kämpft für den "Adlon-Mythos"
Das Luxushotel wird dennoch weiterhin von Kempinski betrieben. Der Pachtvertrag läuft noch bis 2032. Felix Adlon findet lobende Worte für die heutigen Betreiber: Kempinski führe das Hotel gut, Jagdfeld habe das neue Adlon "mit Stil und Klasse" wieder aufgebaut.
Gleichzeitig sieht er das Berliner Hotelgeschäft unter Druck: Das Angebot ist groß, während die durchschnittlichen Zimmerpreise im internationalen Vergleich eher niedrig sind.
Obwohl der Name nicht mitverkauft wird, gilt "Adlon" weiterhin als wertvolle Marke. Hotel-Experten sehen großes Potenzial in dem traditionsreichen Namen.
Auch Felix Adlon will sich nicht aus der Familiengeschichte zurückziehen: "Der Mythos Adlon existiert", sagte er. "Es gibt keine Familie Ritz oder keine Familie Waldorf, aber es gibt eine Familie Adlon", ergänzte der 59-Jährige.
Daher wolle er dafür kämpfen, dass mit diesem Mythos gut umgegangen werde.