Anschlag beim CSD in Berlin: Abdul B. wollte sich im Ausland dem IS anschließen

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Berlin - Tödlicher Anschlag beim Christopher Street Day (CSD) in Berlin! Am Samstagabend ist ein Transporter in eine Menschenmenge gefahren und hat dabei eine junge Frau getötet sowie mehrere Menschen verletzt.

Mit diesem Wagen ist der Täter in die Menschenmenge gerast.
Mit diesem Wagen ist der Täter in die Menschenmenge gerast.  © Sebastian Gollnow/dpa

Zudem sollen mit einem Stichwerkzeug, vermutlich einer Machete, weitere Personen angegriffen worden sein. Der CSD wurde daraufhin abgebrochen.

Inzwischen hat die Polizei Abdul Ballout als Tatverdächtigen identifiziert und fahndet nach dem 21-Jährigen, der dem islamistischen Spektrum zugeordnet wird.

Für besorgte Angehörige wurde unter der Nummer 030/84854460 eine Hotline eingerichtet, da unter den gängigen Notrufnummern keine Auskünfte über Betroffene oder Verletzte gegeben werden kann.

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TAG24 hält Euch in einem Ticker über die weiteren Entwicklungen auf dem Laufenden.

26. Juli, 18.13 Uhr: Merz besucht Tatort im Berliner Tiergarten

Bundeskanzler Friedrich Merz (70) hat den Tatort des Anschlags am Rande des Berliner CSD besucht.

Der CDU-Politiker machte sich nach einer Gedenk-Andacht auf den Weg zu der Stelle im Tiergarten und legte Blumen ab. Unter anderem mit Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) und Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) hielt er kurz inne und gedachte der Opfer. 

Ein Autofahrer hatte am Samstagabend im Berliner Tiergarten am Rande des CSD mehr als zwei Dutzend Menschen angefahren. Eine Frau starb, 29 Menschen erlitten teils schwere Verletzungen. Die Polizei fahndet nach einem 21-jährigen Mann, der im Verdacht steht, den Anschlag verübt zu haben.

26. Juli, 17.55 Uhr: Abdul B. wollte sich im Ausland IS anschließen

Der mutmaßliche Täter des Anschlags am Rande der Berliner CSD hat im vergangenen Jahr mehrmals versucht, sich im Ausland dem bewaffneten Kampf der Terrormiliz Islamischer Staat anzuschließen.

Das teilte die Berliner Generalstaatsanwaltschaft mit. Demnach versuchte Abdul B. erfolglos, über die Türkei nach Mauretanien auszureisen. Wenig später reiste er dann über die Türkei in den Libanon, "um von dort aus nach Syrien zu gelangen und sich dem IS anzuschließen", hieß es in der Mitteilung. 

Im Libanon soll er zu mehreren Personen Kontakt aufgenommen haben, die möglicherweise Mitglieder des IS waren. "Zumindest ging Abdul B. mutmaßlich davon aus", teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit. Am 24. Juli 2025 sei er im Libanon festgenommen und dort in Untersuchungshaft genommen worden.

Ein Militärgericht habe ihn dort "unter anderem wegen Anstiftung zu religiösen und konfessionellen Konflikten" zu drei Monaten Haft verurteilt. Nach seiner Haftentlassung sei Abdul B. am 17. November 2025 nach Deutschland zurückgekehrt und noch am Flughafen BER erneut festgenommen worden. 

Abdul B. war dann monatelang in Untersuchungshaft in Deutschland, ehe er am 12. Mai von einem Jugendschöffengericht am Amtsgericht Tiergarten "wegen der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat in einem Fall sowie der Zuwiderhandlung gegen ein vollziehbares Verbot nach dem Vereinsgesetz in zwei Fällen zu einer Jugendstrafe von einem Jahr und zehn Monaten", verurteilt wurde.

Das Gericht hob demnach einen bestehenden Haftbefehl auf, "da die Untersuchungshaft vorrangig der Sicherung des Strafverfahrens dient und keine vorweggenommene Strafe darstellt".

Die Verurteilung ist nicht rechtskräftig, da die Generalstaatsanwaltschaft Berufung eingelegt hat. "Die Generalstaatsanwaltschaft hatte eine höhere,
nicht mehr bewährungsfähige Jugendstrafe sowie die Aufrechterhaltung des Haftbefehls beantragt", teilte sie mit.

Abdul B. wollte sich laut Ermittlern dem IS anschließen und reiste dafür in mehrere Länder.
Abdul B. wollte sich laut Ermittlern dem IS anschließen und reiste dafür in mehrere Länder.  © Sebastian Gollnow/dpa

26. Juli, 17.42 Uhr: CSD-Veranstalter betont, Anschlag nicht zu instrumentalisieren

Die Veranstalter des Christopher Street Day (CSD) in Berlin haben nach dem Terroranschlag am Rande der großen Abschlussparty vor vorschnellen Urteilen und Wertungen gewarnt.

"Wir wollen nicht, dass diese Tat für politische Zwecke instrumentalisiert wird oder Menschen unter Generalverdacht gestellt werden", sagte ein Sprecher vor Journalisten in Berlin.

"Hinter solcher Gewalt steckt der Versuch, unsere Gesellschaft zu spalten und Menschen gegeneinander aufzuhetzen. Das werden wir als Berliner CSD nicht zulassen."

Nötig seien jetzt Besonnenheit und Anteilnahme mit den Opfern und ihren Angehörigen, so der Sprecher. "Wir beteiligen uns nicht an Spekulationen, sondern warten die laufenden Ermittlungen der Polizei ab." Klar sei, dass der Berliner CSD-Verein jede Form von Gewalt ablehne.

"Ideologische, also religiöse Ideologien oder rechte Ideologien verfolgen beide das Ziel, queere Menschen zu unterdrücken." Der Berliner CSD stehe für Zusammenhalt, Respekt und Solidarität. 

26. Juli, 17.28 Uhr: Wegner lobt nach Anschlag Einsatzkräfte und CSD-Veranstalter

Nach dem mutmaßlich islamistisch motivierten Terroranschlag am Rande des Christopher Street Day (CSD) hat Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (53) das Krisenmanagement gelobt.

"Ich bin unserer Polizei, unserer Feuerwehr, den Hilfsorganisationen sehr dankbar, die sofort funktioniert haben", sagte der CDU-Politiker nach einer Sondersitzung es Berliner Senats.

Dankbar sei er aber auch den Veranstaltern des CSD. "Dass das so reibungslos gelaufen ist, dass keine Panik ausgebrochen ist, dass nicht noch schlimmeres passiert ist, liegt auch an der guten Zusammenarbeit der Berliner Polizei mit dem CSD-Verein."

26. Juli, 17.22 Uhr: Auto des Täters wird verladen

Die Polizei hat das Tatwerkzeug vom CSD-Angriff - einen weißen Van - verladen.

Das Fahrzeug werde abtransportiert, sagte ein Sprecher der Polizei. Auf einem sogenannten Sicherstellungsgelände würden dann Ermittler intensiv nach Spuren suchen.

Mit dem Fahrzeug soll ein 21-jähriger Mann am Samstagabend in eine Menschenmenge am Rande des Berliner CSD gefahren sein.

Mit einem Auto soll ein Mann in eine Menschenmenge gefahren sein - nun wurde das Auto vom Tatort entfernt.
Mit einem Auto soll ein Mann in eine Menschenmenge gefahren sein - nun wurde das Auto vom Tatort entfernt.  © Sebastian Gollnow/dpa

26. Juli, 16.48 Uhr: Generalbundesanwalt wird Ermittlungen übernehmen

Justizministerin Stefanie Hubig (57, SPD) hat in Berlin angekündigt, dass der Generalbundesanwalt die weiteren Ermittlungen zum CSD-Anschlag übernehmen wird.

"Der Innenminister hat bereits mitgeteilt, dass es sich um einen islamistischen Anschlag handelt. Der Generalbundesanwalt wird die Ermittlungen übernehmen", erklärte die SPD-Politikerin.

Man werde die Verantwortlichen "mit aller Härte verfolgen und dann auch vor ein Gericht stellen", kündigte sie an. Aktuell hat noch die Generalstaatsanwaltschaft Berlin die Zuständigkeit inne.

Justizministerin Stefanie Hubig (57, SPD) hat angekündigt, dass die Generalbundesanwaltschaft die Ermittlungen übernehmen wird.
Justizministerin Stefanie Hubig (57, SPD) hat angekündigt, dass die Generalbundesanwaltschaft die Ermittlungen übernehmen wird.  © Bernd von Jutrczenka/dpa

26. Juli, 16.30 Uhr: Bundeskanzler Merz verurteilt "verachtenswerte Tat" und kündigt Konsequenzen an

Unmittelbar vor dem Beginn eines Gedenkgottesdienstes in der St. Marienkirche am Alexanderplatz, hat Friedrich Merz (70, CDU) Stellung zu dem Anschlag in Berlin bezogen.

Der Bundeskanzler sprach von einer "verachtenswerten Tat" und wünschte den Verletzten eine schnelle Genesung. Er dankte den Einsatzkräften für ihr schnelles Eingreifen, das möglicherweise noch Schlimmeres verhindert habe.

"Lassen wir uns nicht einschüchtern! Diese Taten haben nur einen Zweck: Sie wollen unsere Gesellschaft spalten, sie wollen uns das Wichtigste nehmen, was wir haben, nämlich unsere Offenheit und unsere Freiheit", betonte der CDU-Politiker.

Man werde über mögliche Konsequenzen nachdenken und mit Besonnenheit aber auch Entschlossenheit entscheiden. "Wir werden nicht zulassen, dass dieses Gift des Terrorismus und dieses Gift gegen unsere Freiheit, weiter um sich greift in unserer Gesellschaft", bekräftige der 70-Jährige.

"Wir sind mehr, wir sind stärker und wir halten in unserem Land zusammen, das ist das Wichtigste". Man werde die Freiheit, Offenheit und Liberalität mit allen Mitteln verteidigen.

Friedrich Merz (70, CDU) gibt vor Beginn eines Gedenkgottesdienstes ein Statement zu den Anschlägen ab.
Friedrich Merz (70, CDU) gibt vor Beginn eines Gedenkgottesdienstes ein Statement zu den Anschlägen ab.  © Christoph Soeder/dpa

26. Juli, 15.34 Uhr: Fahndung nach Abdul Ballout läuft bundesweit

Nach dem mutmaßlichen Attentäter Abdul Ballout wird inzwischen bundesweit gefahndet.

Innenminister Alexander Dobrindt (56, CSU) sprach in einer Pressekonferenz von einem "großen Kräfteeinsatz", der sich nicht nur auf die Berliner Polizei beschränkt, sondern auch die Bundespolizei involviert.

Demnach werden Bahnhöfe und Flughäfen in ganz Deutschland sowie die Grenzen überwacht.

An den Grenzen werden auf der Suche nach dem Tatverdächtigen verstärkt Kontrollen durchgeführt.
An den Grenzen werden auf der Suche nach dem Tatverdächtigen verstärkt Kontrollen durchgeführt.  © Sebastian Gollnow/dpa

26. Juli, 15.20 Uhr: Gedenkveranstaltung am Brandenburger Tor, Flaggen auf Halbmast

Am Nachmittag haben sich Hunderte Menschen am Brandenburger Tor versammelt, um den Opfern des Anschlags am Rande des CSD zu gedenken.

Auf dem Pariser Platz lagen sich Menschen mit Tränen in den Augen in den Armen und schwenkten Regenbogenfahnen. Auf dem Platz wurden Blumen niedergelegt und Kerzen angezündet.

Für Redner wurde ein Podest aufgebaut. "Gestern war ein Angriff auf uns alle, auf alle unsere Eventitäten, auf unsere Existenzen, auf unsere Gemeinschaft und unsere Demokratie. Und wir lassen uns davon nicht unterkriegen", hieß es in einem der Beiträge.

Am Reichstagsgebäude wehen die Fahnen derweil auf Halbmast.

Auf dem Pariser Platz haben sich Hunderte Menschen spontan versammelt, um den Opfern zu gedenken.
Auf dem Pariser Platz haben sich Hunderte Menschen spontan versammelt, um den Opfern zu gedenken.  © Christoph Soeder/dpa
Am Reichstag wehen die Fahnen auf Halbmast.
Am Reichstag wehen die Fahnen auf Halbmast.  © Fabian Sommer/dpa

26. Juli, 15.10 Uhr: Kai Wegner verteidigt Sicherheitsmaßnahmen bei CSD

Kai Wegner (53, CDU) hat die CSD-Sicherheitsvorkehrungen bei einer Pressekonferenz in Berlin verteidigt.

"Wir haben beim CSD eine hohe Sicherheit gehabt", betonte der Regierende Bürgermeister und wies darauf hin, dass der Anschlag abseits des eigentlichen Veranstaltungsgeländes stattfand.

"Die Strecke des CSD wurde nicht getroffen. Dort ist der Täter nicht drauf gekommen. Weil die Polizei, die Sicherheitsbehörden, diesen Christopher Street Day abgesichert haben. Aber rund 400 Meter daneben sind immer noch Besucherinnen und Besucher, viele Menschen, die die Veranstaltung verlassen haben oder wieder hingehen wollten."

Kai Wegner (53, CDU) gibt ein Pressestatement am Tatort im Tiergarten ab.
Kai Wegner (53, CDU) gibt ein Pressestatement am Tatort im Tiergarten ab.  © Sebastian Gollnow/dpa

26. Juli, 14.39 Uhr: Innenminister spricht von islamistisch motiviertem Anschlag

Innenminister Alexander Dobrindt (56, CSU) hat die Tat in einer Pressekonferenz am Tatort in Berlin offiziell als islamistisch motivierten Anschlag bezeichnet.

Nach Angaben des CSU-Politikers hat sich die Anzahl der zum Teil Schwerverletzten inzwischen auf 29 Personen erhöht. Der Täter soll auf der Flucht mutmaßlich mit einer Machete auf weitere Passanten losgegangen sein.

Abdul Ballout ist weiterhin flüchtig. Die Fahndung läuft auf Hochtouren. An den Flughäfen, Bahnhöfen und Grenzen besteht eine hohe Polizeipräsenz.

Bei dem Tatverdächtigen handelt es sich um einen deutschen Staatsbürger, der 2005 in Berlin geboren wurde. Er fiel bereits in der Vergangenheit durch Straftaten auf und galt aufgrund seiner islamistischen Radikalisierung als Gefährder.

Im Mai wurde er in Berlin zu einer Haftstrafe von einem Jahr und zehn Monaten auf Bewährung verurteilt. Die Staatsanwaltschaft legte Beschwerde ein.

Innenminister Alexander Dobrindt (56, CSU) hat am Tatort in Berlin eine Pressekonferenz gegeben.
Innenminister Alexander Dobrindt (56, CSU) hat am Tatort in Berlin eine Pressekonferenz gegeben.  © Sebastian Gollnow/dpa

26. Juli, 13.47 Uhr: Polizei soll schon in der Nacht Tatverdächtigen festgenommen haben

Die Polizei soll bereits in der Nacht zu Sonntag einen Tatverdächtigen festgenommen haben.

Nach Informationen des rbb soll es sich dabei um einen iranischen Staatsangehörigen handeln, der der Beifahrer von Abdul B. gewesen sein könnte.

Eine Bestätigung der Polizei lag zunächst nicht vor.

Titelfoto: Sebastian Gollnow/dpa

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