Anti-Smartphone-Flyer in Berlin: "Lieben statt Liken"

Von Torsten Holtz

Berlin - Tausende Flyer gegen übermäßigen Smartphone-Gebrauch zieren aktuell Ampelmasten und Laternen in Berlin. Dahinter steckt kein großes Kollektiv, sondern ein einzelner Aktivist.

Slogans wie "Lieben statt liken", "Tanzen statt Twittern" oder "Exit Social Media" sollen nicht nur kritisieren, sondern auch unterhalten.
Slogans wie "Lieben statt liken", "Tanzen statt Twittern" oder "Exit Social Media" sollen nicht nur kritisieren, sondern auch unterhalten.  © Torsten Holtz/dpa

Der 34-jährige Benno Flügel war in den vergangenen Wochen oft acht Stunden am Tag in Neukölln, Kreuzberg, Treptow, Friedrichshain, Prenzlauer Berg, Mitte, Schöneberg und Moabit unterwegs, um seine Botschaften zu verbreiten.

"Es geht darum, zum Nachdenken anzuregen und die Leute zum Lachen zu bringen", sagt Flügel.

Viele Passanten hätten positiv reagiert und über alle Altersgruppen hinweg gelacht.

Job gekündigt – jetzt kämpft der Aktivist Vollzeit gegen Social Media

Benno Flügel (34) setzt sich seit Jahren mit dem Thema auseinander – jetzt startet er einen neuen Versuch, seine Botschaft auf die Straße zu bringen.
Benno Flügel (34) setzt sich seit Jahren mit dem Thema auseinander – jetzt startet er einen neuen Versuch, seine Botschaft auf die Straße zu bringen.  © Torsten Holtz/dpa

Flügel hatte die Initiative "Radikale Anti Smartphone Front" vor zehn Jahren mit Freunden gegründet, die damals nach und nach versandete.

In einem Manifest der "RASF" wird die Illusion eines erfüllten Lebens in sozialen Netzwerken hinterfragt: "Gehört man zur gesellschaftlichen Avantgarde, wenn man in sozialen Netzwerken Glück inszeniert, obwohl dahinter nur ein wackliges Gerüst aus Lügen steckt?"

Nachdem Benno Flügel seinen Job gekündigt hat, arbeitet er nun alleine an seiner Aktion. Freunde unterstützen ihn indirekt noch im Hintergrund.

Titelfoto: Bildmontage: Torsten Holtz/dpa

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