Von Anja Sokolow, Matthias Kuhnert
Berlin - Der Tiergartentunnel in Berlin wird auch weiterhin nicht rund um die Uhr befahrbar sein. "In den Nächten von Montag bis Donnerstag wird der Tunnel weiterhin geschlossen", teilte Pressereferent Frank Preiss von der Senatsverwaltung für Verkehr mit.
Für die Tunnelüberwachung fehlt es demnach an Personal. Der ADAC fordert eine verlässliche Lösung.
"Sobald in der kommenden Woche zwei dann hoffentlich genesene Mitarbeitende wieder einsetzbar sind, wird der Tiergartentunnel wieder in der Früh- und in der Spätschicht für den Verkehr zur Verfügung stehen. Wenn es erneut Krankmeldungen gibt, müssen wir gegebenenfalls kurzfristig reagieren", erklärte der Sprecher.
Aktuell laufe ein Stellenbesetzungsverfahren. "Die Bewerbungsgespräche sind in diesem Monat terminiert", sagte Preiss. "Die Komplexität und Sensibilität der Tätigkeit machen es schwierig, geeignetes Personal zu finden - gerade vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels", erklärte der Sprecher den Personalnotstand.
Zuletzt sorgte der Tiergartentunnel auch beim Bundeskanzler für Frust, der Mittwoch zu spät zu einer Rede kam.
"Ich bitte um Nachsicht, dass ich ein wenig zu spät bin", sagte Friedrich Merz (70) beim "Deutschland-Gipfel" von "Handelsblatt" und "Wirtschaftswoche". Aber das liege an den Berliner Verkehrsverhältnissen "und an einem gesperrten Tiergartentunnel, der gesperrt ist, weil angeblich das Personal für die Überwachung fehlt", sagte Merz und fügte hinzu: "Na ja."
ADAC: Verkehrsteilnehmer brauchen Planungssicherheit
Von acht Stellen sind nur fünf besetzt. Zwei Mitarbeiter sind laut Verwaltung dauerhaft erkrankt. Laut Stellenausschreibung werden technisches Verständnis für Zusammenhänge von Überwachungssystemen sowie Lüftungssystemen und sonstigen technischen Anlagen in Tunneln erwartet.
"Eine der wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen Berlins kann nicht dauerhaft von personellen Engpässen betroffen sein. Die wiederholten Sperrungen zeigen, dass es eine verlässliche Lösung für die Tunnelüberwachung braucht", erklärte Claudia Löffler, Pressesprecherin des ADAC Berlin-Brandenburg. Solange Sperrungen notwendig seien, bräuchten Verkehrsteilnehmer vor allem Planungssicherheit: frühzeitige Informationen, verlässliche Sperrzeiten und eine klare Beschilderung.
Seit Anfang der Woche wurde der Tunnel immer wieder geschlossen. Rund 50.000 Fahrzeuge nutzen ihn normalerweise durchschnittlich pro Tag. Auch in der Vergangenheit gab es Probleme wegen Personalmangels und es kam zu Schließungen.
Der Tiergartentunnel werde aus Sicherheitsgründen gesperrt, wenn die erforderliche Überwachung nicht gewährleistet werden könne. Bis Ende 2024 war die Überwachung der betriebstechnischen Anlagen durch die Tunnelleitzentrale der Autobahn des Bundes in Tegel erfolgt. Wegen einer Neuordnung der Zuständigkeiten musste das Land Berlin eine eigene Tunnelregelungszentrale aufbauen. Die Tunnelleitzentrale der Autobahn des Bundes (AdB) übernimmt derzeit weiterhin die Überwachung des Tunnels an den Wochenenden und unterstützt so das Land Berlin.