Berliner Imkerverband will Ausbreitung der Asiatischen Hornisse verhindern

Berlin - Die Asiatische Hornisse macht Jagd auf heimische Bienen und bedroht ganze Bienenvölker. Der Berliner Imkerverband will verhindern, dass die Hornisse auch in der Hauptstadt Fuß fasst.

In Schulungen sollen mehr Menschen für die invasive Art sensibilisiert werden.
In Schulungen sollen mehr Menschen für die invasive Art sensibilisiert werden.  © Axel Heimken/dpa

Der Berliner Imkerverband will die Ausbreitung der Asiatischen Hornisse in der Stadt verhindern. In Schulungen für Naturinteressierte ab Mai sollen mehr Menschen für die invasive Art sensibilisiert werden.

"Wir wollen möglichst berlinweit Leute haben, die diese Tiere sicher erkennen und auch in der Lage sind, die notwendigen Schritte einzuleiten, damit man ein Nest findet", sagte die Vorsitzende Melanie von Orlow der Deutschen Presse-Agentur. "Unsere große Sorge ist, dass diese Art jetzt in Berlin Fuß fasst", sagte von Orlow, die auch Geschäftsführerin des Nabu Berlin ist.

Für Bienenvölker gilt die aus Südostasien stammende Art als besonders gefährlich: Die Tiere belagern Bienenvölker regelrecht. Honigbienen sind eine wichtige Nahrungsquelle für die Aufzucht der Brut von Asiatischen Hornissen. Laut Nabu macht die Westliche Honigbiene (Apis mellifera) bis zu 80 Prozent der Beute aus. Erwachsene Tiere der Asiatischen Hornisse ernähren sich demnach bevorzugt von Nektar, reifen Früchten und zuckerhaltigen Baumflüssigkeiten.

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Im Südwesten Deutschlands sei die Art bereits sehr weit verbreitet. "Sie hat eine explosionsartige Entwicklung hingelegt", so von Orlow. "Deshalb versuchen wir in Berlin jetzt sehr schnell das nachzuholen, was bisher nicht passiert ist, nämlich Leute auszubilden und zu qualifizieren."

Grund zur Panik bestehe nicht

Das erste Tier wurde in einem Restaurant in Schöneberg entdeckt.
Das erste Tier wurde in einem Restaurant in Schöneberg entdeckt.  © Axel Heimken/dpa

In Berlin wurde die Art im vergangenen Jahr erstmals nachgewiesen. Ein Tier wurde in einem Restaurant in Schöneberg entdeckt. Der Nachweis erfolgte zwei Tage später durch den sogenannten Nabu-Hymenopterendienst, der derartigen Fällen im Auftrag der Berliner Umweltverwaltung nachgeht.

Grund zur Panik besteht dem Nabu zufolge aber nicht: "Asiatische Hornissen sind nicht stichfreudiger als ihre europäischen Verwandten." Keinesfalls dürften Hornissen bei Verdacht einfach getötet werden. Sehr oft liege eine Verwechslung mit der heimischen Art vor, die streng geschützt sei.

Die sogenannte Vespa velutina ist im Vergleich zur Europäischen Hornisse etwas kleiner und hat einen überwiegend schwarzen Körper sowie einen schwarzen Kopf mit gelber Vorderseite und leuchtend gelbe Beine. Sie nistet in hohen Baumkronen. In Europa trat sie erstmals im Jahr 2004 in Frankreich auf. Sie kam laut Nabu vermutlich mit Importwaren über den Seeweg aus China nach Bordeaux. Inzwischen gibt es auch Nachweise in Spanien, Italien, Schweiz, Belgien und den Niederlanden.

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In Deutschland wurde die Asiatische Hornisse erstmals 2014 in Baden-Württemberg nachgewiesen.

Titelfoto: Axel Heimken/dpa

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