Coronavirus in Berlin: Hauptstadt setzt Präsenzpflicht an Schulen aus!

Berlin/Potsdam - Das Coronavirus hat Deutschland wieder fest im Griff: Auch und besonders vor der Hauptstadt macht die Pandemie nicht halt.

Fein Essen gehen ist in Berlin selbst für Geboosterte, doppelt Geimpfte und Genesene nur noch mit tagesaktuellem Test erlaubt. Alle anderen dürfen Restaurants, Kneipen und Cafés gar nicht betreten.
Fein Essen gehen ist in Berlin selbst für Geboosterte, doppelt Geimpfte und Genesene nur noch mit tagesaktuellem Test erlaubt. Alle anderen dürfen Restaurants, Kneipen und Cafés gar nicht betreten.  © Marcus Brandt/dpa

Seit Pandemiebeginn sind in Berlin 454.682 Corona-Infektionen nachgewiesen worden. Innerhalb von 24 Stunden kamen 683 neue Fälle hinzu. Bislang sind 4085 Menschen im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gestorben. (Stand 24. Januar)

Wegen der neuen Omikron-Variante des Coronavirus sind steigende Infektionszahlen und eine noch höhere Belastung der Krankenhäuser zu erwarten. Deshalb greifen im Januar noch härtere Regeln. Berlins Regierung setzt damit die Vereinbarungen eines Bund-Länder-Gipfels um.

Restaurants, Kneipen oder Cafés dürfen der 2G-plus-Regel folgend nur noch von Geboosterten, doppelt Geimpften oder Genesenen - jeweils mit tagesaktuellem Test - besucht werden.

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Zudem wurde beschlossen, dass öffentliche Verkehrsmittel nur noch mit einer FFP2-Maske betreten werden dürfen - herkömmliche OP-Masken reichen also nicht mehr aus.

Neben den "Öffis" und der Gastronomie treffen die neuen Maßnahmen auch den Freizeitbereich. Kultur- und Sportveranstaltungen ab zehn Teilnehmern dürfen ab dem 15. Januar nur noch unter 2G-plus-Bedingungen stattfinden.

Abgesehen von den neuen, härteren Regeln bleiben auch die zuvor geltenden Einschränkungen für private Treffen, Clubs und Großveranstaltungen weiterhin bestehen.

Ältere Informationen zur Corona-Situation in Berlin und Brandenburg findet Ihr >>> hier.

Alle Informationen rund um die aktuellen Entwicklungen in Berlin und Brandenburg findet Ihr im Liveticker:

Update, 24. Januar, 16.58 Uhr: Auch Berliner S-Bahn dünnt Angebot wegen Omikron aus

Nach den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) muss auch die S-Bahn ihr Angebot wegen eines hohen Krankenstands bei ihren Beschäftigten einschränken. Ab Dienstag entfallen auf den Linien S1, S3 und S5 zu den Hauptverkehrszeiten innerhalb der Woche die Taktverstärker, wie die S-Bahn am Montag mitteilte. "Der 10-Minutentakt bleibt bestehen." Die S75 fährt demnach am Wochenende im 20-Minutentakt, die S26 entfällt am Samstag und Sonntag ganz. "Von Montag bis Freitag fahren die Züge auf diesen Linien uneingeschränkt nach dem regulären Fahrplan."

Die S-Bahn bewertete die Einschränkungen als «minimale Anpassung». Insgesamt halte das Verkehrsunternehmen mehr als 98 Prozent des Fahrplans aufrecht.

Erst wenige Tage zuvor hatte die BVG aufgrund eines hohen Krankenstands die Takte einiger Bus-, Straßenbahn-, und U-Bahn-Linien ausdünnen müssen. Seit Montag gilt auf den U-Bahn-Linien 2, 5, 6 und 9 tagsüber ein Fünf-Minuten-Takt. Sonst sind die Takte in Stoßzeiten etwas dichter.

Die U2 und die U8 fahren auf ihren Abschnitten in Spandau und Reinickendorf nur noch alle zehn Minuten. Auch auf der U4 gilt ein Zehn-Minuten-Takt. Bei den Straßenbahnlinien M5 und M6 gilt von Montag an tagsüber ein Zehn-Minuten-Takt.

Hintergrund der Einschränkungen sind die zunehmenden Infektions- und Krankheitsfälle in der Corona-Welle, die sich auch bei den Unternehmen niederschlägt.

Update, 24. Januar, 16 Uhr: Corona-Demos: Generalstaatsanwalt fordert strenge Strafverfolgung

Brandenburgs Generalstaatsanwalt Andreas Behm hat die Staatsanwaltschaften des Landes aufgefordert, Straftaten im Zusammenhang mit Demonstrationen gegen die Corona-Politik nachdrücklich zu verfolgen. Einen entsprechenden Auftrag habe die Generalstaatsanwaltschaft bereits Ende Dezember an die Behördenleiter verschickt, bestätigte Sprecher Marc Böhme am Montag. Dabei handele es sich um Straftaten wie Angriffe auf Polizeibeamte und Journalisten oder Kundgebungen vor Krankenhäusern.

Dabei habe der Generalstaatsanwalt auch auf die Möglichkeit beschleunigter Verfahren verwiesen - «damit die Strafe auf dem Fuße folgt», erklärte Böhm. Hier könnten auch Anträge auf Haft bis zur Hauptverhandlung in den Blick genommen werden.

Die stellvertretende AfD-Landesvorsitzende Birgit Bessin kritisierte das Schreiben am Montag als "unfassbare Einschüchterung". Die überwiegende Zahl der Demonstranten gegen die Corona-Politik verhalte sich friedlich.

Update, 24. Januar, 15.38 Uhr: Berlin setzt Präsenzpflicht an Schulen aus!

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen wegen der Omikron-Variante wird die Präsenzpflicht an Berliner Schulen vorläufig ausgesetzt.

Von Dienstag an können Eltern selbst entscheiden, ob ihr Kind die Schule besucht oder zu Hause an Aufgaben und Projekten arbeitet und lernt, wie Bildungssenatorin Astrid-Sabine Busse (64, SPD) am Montag mitteilte. Das gelte zunächst bis Ende Februar.

Der Präsenzunterricht bleibe die "Regelform", hieß es in einer Mitteilung der Bildungsverwaltung ergänzend. "Schulen werden allen Schülerinnen und Schülern soweit möglich Lernangebote unterbreiten. Sollten sich Eltern gegen die Präsenz ihres Kindes in der Schule entscheiden, muss das der Schule unmittelbar formlos schriftlich mitgeteilt werden."

Alle weiteren Informationen zur aktuellen Regelung gibt es in dem Artikel "Steigende Corona-Zahlen: Keine Präsenzpflicht mehr an Berlins Schulen".

Gehören leere Klassenräume bald wieder zum Alltag? Aufgrund rapide steigender Corona-Infektionszahlen wird die Präsenzpflicht an Berliner Schulen vorläufig ausgesetzt. (Symbolfoto)
Gehören leere Klassenräume bald wieder zum Alltag? Aufgrund rapide steigender Corona-Infektionszahlen wird die Präsenzpflicht an Berliner Schulen vorläufig ausgesetzt. (Symbolfoto)  © Friso Gentsch/dpa

Update, 24. Januar, 8.25 Uhr: Corona-Zahlen in Brandenburg weiter gestiegen

Brandenburg hat bundesweit die höchste Corona-Inzidenz unter den Flächenländern. In den vergangenen sieben Tagen steckten sich rechnerisch 1102,3 Menschen mit dem Virus an, wie das Robert Koch-Institut am Montag mitteilte.

In Brandenburg haben Potsdam und die Uckermark mit Sieben-Tage-Inzidenzen von mehr als 1600 die höchsten Zahlen. Für den Kreis Oberspreewald-Lausitz dagegen wurde die Inzidenz am Montag mit 511,1 angegeben.

Brandenburgs Gesundheitsämter meldeten landesweit 1332 neue Corona-Fälle an einem Tag, wie das Institut mitteilte. Seit Ausbruch der Pandemie haben sich 301.927 Brandenburgerinnen und Brandenburger angesteckt.

Update, 24. Januar, 8.04 Uhr: Mehr Covid-Patienten in Berliner Krankenhäusern

Mit wachsenden Infektionszahlen steigt die Zahl von Covid-19-Patienten in den Berliner Krankenhäusern. In den vergangenen sieben Tagen kamen 16,3 von 100.000 Einwohnern in stationäre Behandlung, wie die Gesundheitsverwaltung am Montag mitteilte.

Vor einer Woche waren es 13,1 gewesen, vor zwei Wochen 4,0. Die entsprechende Ampel im Warnsystem des Senats steht auf Rot. Es zeigt bei der Belegung der Intensivstationen aber noch ein gelbes Signal - ihre Belegung mit Corona-Patienten ist seit Wochen relativ konstant.

Update, 24. Januar, 6 Uhr: Berliner Kitas starten mit eingeschränktem Regelbetrieb

Die Kindertagesstätten in Berlin bleiben grundsätzlich offen - von Montag an gilt für sie aber eingeschränkter Regelbetrieb. Die Betreuung in festen Gruppen ist dann verpflichtend.

Dadurch sollen Kontakte und damit auch das Ansteckungsrisiko verringert werden. Nach Angaben der Familienverwaltung können der Betreuungsumfang und die Öffnungszeiten in den Kitas reduziert werden, wenn sich das Einhalten der neuen Regeln nicht anders organisieren lässt.

Außerdem dürfen Eltern die Kitas nur noch in Ausnahmefälle betreten - zum Bringen und Abholen der Kinder sollen möglichst feste Zeiten vereinbart werden.

Damit die Betreuung in Kindergärten trotz der Corona-Lage überhaupt aufrecht erhalten werden kann, ändert sich jetzt einiges im Betrieb. (Archivbild)
Damit die Betreuung in Kindergärten trotz der Corona-Lage überhaupt aufrecht erhalten werden kann, ändert sich jetzt einiges im Betrieb. (Archivbild)  © Annette Riedl/dpa

Update, 23. Januar, 10.18 Uhr: Sieben-Tage-Inzidenz in Brandenburg klettert höher - 2959 neue Fälle

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Brandenburg legt weiter zu. 1076,1 Ansteckungen innerhalb einer Woche bei 100.000 Einwohnern meldete das Robert Koch-Institut (RKI) am Sonntag.

Allein in Potsdam meldete das Gesundheitsamt innerhalb von 24 Stunden 397 neue Fälle. Landesweit wurden am Sonntag 2959 neue Ansteckungen registriert. Am Wochenende können Zahlen verzögert gemeldet werden.

Neun Landkreise und die Stadt Potsdam gelten inzwischen als Hotspot-Regionen. Dort gelten nächtliche Ausgangsbeschränkungen für Ungeimpfte, Diskotheken, Clubs und ähnliche Einrichtungen müssen für den Publikumsverkehr schließen. Festivals sind untersagt. Im Kreis Oberhavel gelten seit Samstag nächtliche Ausgangsbeschränkungen.

Update, 23. Januar, 9.41 Uhr: Berlin hat bundesweit zweithöchste Corona-Inzidenz

Die Corona-Fallzahlen in Berlin sind bundesweit mit am höchsten. Die Inzidenz lag am Sonntag bei 1483,8, wie aus den Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) hervorgeht. Berlin hatte damit den zweithöchsten Wert hinter Hamburg und vor Bremen.

In der Hauptstadt wurden zwischen Samstag und Sonntag laut RKI 2365 neue Corona-Fälle verzeichnet. Seit Beginn der Pandemie infizierten sich damit nachweislich rund 454.000 Menschen. Zwei weitere Tote wurden im Zusammenhang mit Covid-19 registriert. Nach offiziellen Zahlen sind in Berlin mittlerweile 4084 Menschen an oder mit der Krankheit gestorben.

Die Lage auf den Intensivstationen ist weiter unter Kontrolle: 16,8 Prozent der Intensivbetten in Berlin waren laut Senat mit Covid-19-Patienten belegt. Die Hospitalisierungsinzidenz liegt bei 16,9 und bewegt sich damit nach wie vor im kritischen Bereich.

Für den Bezirk Mitte gab der Lagebericht des Senats einen Inzidenzwert von 2845,8 an. Das hat nach Angaben des Bezirks vom Freitag auch formale Gründe: Unter anderem sei das Verfahren zum Bearbeiten von Covid-19-Fällen der zahlreichen Krankenhäuser des Bezirks zu Jahresbeginn geändert worden. Positiv-Fälle würden nicht mehr nach dem Wohnortprinzip sortiert und anderen Gesundheitsämtern zugeordnet, sondern vom Gesundheitsamt Mitte bearbeitet und gemeldet.

Update, 22. Januar, 12.17 Uhr: Sieben-Tage-Inzidenz erreicht in Brandenburg neuen Höchststand

Die Sieben-Tage-Inzidenz hat in Brandenburg erneut einen Höchststand erreicht: 1023,9 Ansteckungen innerhalb einer Woche bei 100.000 Einwohnern meldeten die Gesundheitsämter im Land, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Samstag mitteilte.

Den höchsten Wert bei der Sieben-Tage-Inzidenz verzeichnete Potsdam mit 1534,8 Ansteckungen. Die Landkreise Teltow-Fläming (1375,1), Uckermark (1307,4) und Potsdam-Mittelmark (1307,2) legten ebenfalls hohe Werte vor. Die Zahl neuer Corona-Fälle lag am Samstag den Angaben zufolge landesweit bei 5445.

406 Menschen mit einer Covid-19-Erkrankung werden im Krankenhaus behandelt. Davon liegen 94 auf der Intensivstation, 75 von ihnen müssen beatmet werden. Die landesweite Sieben-Tage-Hospitalisierungsinzidenz liegt mit 3,60 im gelben Bereich. Der Anteil der Intensivbetten mit Covid-19-Patienten liegt bei 12,4 und damit ebenfalls bei Gelb. Die meisten Infektionen treten bei den 5- bis 9-Jährigen sowie den 10- bis 14-Jährigen auf.

Update, 22. Januar, 11.04 Uhr: Hauptstadt hat höchste Corona-Inzidenz von ganz Deutschland

Rekordwert in der Hauptstadt: Die Corona-Fallzahlen in Berlin schnellen weiter in die Höhe. Die Inzidenz ist erneut gestiegen und lag am Samstag bei 1473,1, wie aus den Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) hervorgeht.

Die Hauptstadt hatte damit den höchsten Wert aller Bundesländer. Am Vortag rangierte der Wert noch bei 1258,3. Für ganz Deutschland liegt die Inzidenz bei 772,7.

In Berlin wurden zwischen Freitag und Samstag laut RKI 14.087 neue Corona-Fälle verzeichnet. Seit Beginn der Pandemie infizierten sich damit nachweislich 451.648 Menschen.

Fünf weitere Tote wurden im Zusammenhang mit Covid-19 registriert. Die offizielle Zahl der an oder mit Covid-19 gestorbenen Menschen liegt bei 4082.

Alle weiteren Informationen zur aktuellen Corona-Lage in Berlin gibt es im Artikel "Bremen abgelöst: Berlin hat bundesweit höchste Corona-Inzidenz von 1473,1".

In Berlin wurden zwischen Freitag und Samstag laut RKI 14.087 neue Corona-Fälle verzeichnet.
In Berlin wurden zwischen Freitag und Samstag laut RKI 14.087 neue Corona-Fälle verzeichnet.  © Kira Hofmann/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 22. Januar, 7.07 Uhr: Linke: Präsenzpflicht für Schulen aussetzen

Die Berliner Linke hat sich erneut dafür ausgesprochen, dem Beispiel Brandenburgs zu folgen und wegen der aktuellen Omikron-Welle die Präsenzpflicht auszusetzen.

Damit sollten Schüler, die selbst oder deren Familienangehörige Vorerkrankungen haben, die Möglichkeit haben, von zu Hause aus zu lernen, wie der Fraktionsvorsitzende Carsten Schatz (52) am Samstag mitteilte.

Forderungen nach dem Aufheben der Präsenzpflicht und Kritik an der Haltung des Senats, die Schulen in der Corona-Pandemie so lange wie möglich offen halten zu wollen, hatte es unter anderem von Landeselternvertretern und aus der Bildungsgewerkschaft GEW gegeben.

Die Linksfraktion unterstütze die Forderungen der Bezirkselternausschussvorsitzenden. Schatz erklärte, es sei notwendig, dass die Schulen unkompliziert selbst zusammen mit Schülern und Eltern über die Anwendung flexibler Unterrichtsmodelle, wie zum Beispiel des Wechselunterrichts, entscheiden könnten. Zudem regen die Linken an, die bevorstehenden Winterferien zu verlängern. Damit sollen in einer kritischen Phase der Pandemie Kontakte verringert werden.