Drogenlabore, Schüsse, Schutzgeld: Wird Brandenburg zum Rückzugsraum für Berliner Banden?

Von Monika Wendel

Potsdam/Berlin - Schüsse, Schutzgeld, Drogenlabore: Die Organisierte Kriminalität aus Berlin macht nach Einschätzung von Brandenburgs Innenminister Jan Redmann (46, CDU) nicht an der Landesgrenze halt.

Die Einschusslöcher im Schaufenster des Kiosks in Potsdam sind nach dem Angriff deutlich zu erkennen.  © TAG24/Marlen Rothenburg

"Kriminelle Banden betrachten das Land zum Teil als Rückzugsraum", sagte er der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Deshalb setze Brandenburg auf eine enge Zusammenarbeit mit der Berliner Polizei.

Große Drogenlabore könnten sich in dicht besiedelten Städten schwerer verstecken, sagte Redmann. Gewerbegebiete mit mehreren Unternehmen, die mit Chemikalien arbeiten, böten möglicherweise eine bessere Tarnung.

Im Juli entdeckten Polizei und Zollfahnder in einer Halle in Ludwigsfelde ein großes illegales Drogenlabor, in dem vor allem Crystal Meth hergestellt wurde. Ende Oktober 2025 war bereits eine noch größere Produktionsstätte für synthetische Drogen in Nauen nordwestlich von Berlin ausgehoben worden.

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Auch Schüsse auf zwei Spätkioske in Potsdam beschäftigen die Ermittler. Es besteht der Verdacht, dass damit Schutzgeld erpresst werden sollte. Ein 24-Jähriger wurde in Berlin als Verdächtiger gefasst, die Suche nach möglichen Hintermännern läuft.

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Ermittler folgen den Spuren des Geldes

Brandenburgs Innenminister Jan Redmann (46, CDU) will die Polizeiarbeit erleichtern, um der wachsenden Kriminalität in Brandenburg Einhalt zu gebieten. (Archivfoto)  © A3922 Britta Pedersen/dpa

Die Entwicklungen in Berlin hätten Auswirkungen auf Brandenburg, sagte Redmann. "Die Landesgrenzen gibt es für die Organisierte Kriminalität nicht." Ermittler beider Länder arbeiten deshalb eng zusammen. Dabei gelte besonders der Grundsatz "Follow the money": Über Geldströme sollen die Strukturen und Hintermänner der Banden aufgedeckt werden.

Redmann will zudem mit einem neuen Polizeigesetz den Zugriff auf digitale Daten erleichtern.

Ermittler sollen unter anderem verschlüsselte Kommunikation über Messenger-Dienste besser auswerten können, um Hintermänner Organisierter Kriminalität zu identifizieren.

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