Von Antje Kayser
Berlin - Ein dramatischer Wohnungsbrand in Berlin-Friedrichshain ist am Morgen glimpflich ausgegangen. Eine Person habe bei Eintreffen der Feuerwehrkräfte schon auf dem Fensterbrett des betroffenen Hochhauses gesessen, hinter ihr schwarzer Rauch, sagte Feuerwehrsprecher Adrian Wenzel.
Da die Drehleiter nicht bis in den 11., sondern nur etwa bis in den 9. Stock reichte, musste die Person in den etwa ein bis zwei Quadratmeter großen Drehleiterkorb springen. Dort sei sie von Feuerwehrleuten aufgefangen worden.
Auf einem Video eines Bewohners war zu sehen, wie Teile der Fassade nach unten fielen. Er filmte auch den Drehleiterkorb und den Moment des Sprungs - auf den Bildern ist der Korb von unten zu sehen und wie er beim Aufkommen der Person wackelt.
Kurz darauf ist zu hören, wie Leute "Ja" und "Jawoll" rufen, einige klatschen. In dem Drehleiterkorb, der anschließend nach unten gelassen wird, ist eine Frau zu erkennen.
"Das war wirklich auf Messers Schneide", sagte Feuerwehrsprecher Adrian Wenzel. Es hätte auch leicht zu einem großen Unglück kommen können. Die Frau sei leicht verletzt worden.
Insgesamt wurden Wenzel zufolge 13 Menschen leicht verletzt, fünf von ihnen wurden per Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht. Auch ein Rettungshubschrauber stand bereit, wurde aber nicht für den Transport benötigt. Viele Menschen wurden durch das Treppenhaus nach draußen geführt.
Brand griff auf darüberliegende Wohnung über
Das Feuer war am frühen Morgen gegen 6.27 Uhr auf dem Balkon einer Wohnung im 11. Stock in der Straße der Pariser Kommune ausgebrochen, nahe dem Berliner Ostbahnhof. Sehr schnell habe das Feuer auf die Wohnung übergegriffen, sagte Wenzel. Insgesamt hat das Wohnhaus 21 Stockwerke.
Am Vormittag wurden 113 Menschen durch die Feuerwehr betreut. Es würden etwaige Verletzungen abgeklärt, es sei aber auch Kräfte für eine psychosoziale Betreuung vor Ort, unter anderem durch das Bezirksamt, das sich auch um die Unterbringung derjenigen kümmere, deren Wohnungen nicht mehr bewohnbar seien.
Der Brand war am Vormittag gelöscht, Nachlöscharbeiten liefen aber noch. Der Einsatz sei "dramatisch" gewesen, sagte Wenzel. "Das muss man nicht alle Tage erleben." Auch Sprungpolster hatte die Feuerwehr vor Ort.
Der Rauch hatte sich in dem Hochhaus stark ausgebreitet. Es gebe Nachlöscharbeiten und umfangreiche Kontroll- und Belüftungsmaßnahmen, sagte Wenzel. Die Feuerwehr ist mit mehr als 130 Einsatzkräften vor Ort. Brände in Hochhäusern seien immer herausfordernd, auch weil Material in hohe Stockwerke gebracht und viele Menschen in Sicherheit gebracht werden müssen, sagte Wenzel.
Die Straße der Pariser Kommune wurde zwischen An der Ostbahn und Rüdersdorfer Straße in beide Richtungen gesperrt. Die Polizei bat darum, den Bereich weiträumig zu umfahren.
Erstmeldung um 9 Uhr, aktualisiert um 12.28 Uhr