Geflutetes DDR-Museum steht nach Aquarium-Katastrophe vor Neueröffnung

Berlin - Das riesige Aquarium eines Hotels in Berlin platzt. Auch das nahe gelegene DDR-Museum ist von den Wassermassen betroffen, es muss schließen. Drei Monate später steht es vor der Wiedereröffnung. Und bietet Neues.

Drei Monate nach dem Platzen des Aquariums in einem Berliner Hotel steht das ebenfalls betroffene DDR-Museum kurz vor der Wiedereröffnung.
Drei Monate nach dem Platzen des Aquariums in einem Berliner Hotel steht das ebenfalls betroffene DDR-Museum kurz vor der Wiedereröffnung.  © Carsten Koall/dpa

Im DDR-Museum stand am 16. Dezember vergangenen Jahres sehr viel Wasser. Im Hotel nebenan war ein 16 Meter hohes Aquarium geplatzt. Eine Million Liter Wasser verteilten sich in der Hotellobby, auf der Straße - und eben auch im DDR-Museum.

Als Kreativ-Direktor Matthias Kaminsky an dem Freitagmorgen vom Platzen des Aquariums erfuhr, war er selbst gerade nass. "Ich stand unter der Dusche und das Telefon schellte", erinnert er sich drei Monate später.

Das Team begann sofort damit, Notstromaggregate aufzustellen, um das Gebäude zu trocknen. "Wir hatten nur Glück, dass uns nicht wie in anderen Teilen des Gebäudes die Druckwelle überrascht hat." Aber durch die Versorgungsschächte sei das Wasser reingedrückt worden, sei unter den Boden gelaufen und habe die Decke abgesenkt.

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Seit dem Unglückstag ist das Museum an der Spree geschlossen. Obwohl den Ausstellungsstücken dank des schnellen Eingreifens nicht viel passierte, hat das Salzwasser Spuren hinterlassen. "Fußböden, Tapeten, im Prinzip alles, was an den Wänden hing und auf Fußböden war", sagt Museumsdirektor Gordon von Godin. "Und die Rigipsplatten, die abgehängten Decken, die sind alle betroffen. Dazu gehören natürlich auch elektrische Leitungen, Elektroverteiler waren betroffen. Das musste alles erneuert werden."

Drei Monate später wird im DDR-Museum gebohrt und gehämmert. Arbeiter laufen hin und her, bringen Stromkabel an, verkleiden die Decke und schieben Schubkarren durch die Räume. In knapp zwei Wochen, am 1. April, müssen sie fertig sein - dann soll das Museum nach 15 Wochen Zwangspause wieder öffnen.

Ein Handwerker streicht die Decke in einem Teil einer originalgetreu nachgebauten DDR-Wohnung.
Ein Handwerker streicht die Decke in einem Teil einer originalgetreu nachgebauten DDR-Wohnung.  © Carsten Koall/dpa

Nach Aquarium-Unglück in Berlin: Auch im Hotel gehen Aufräumarbeiten weiter

Planen liegen zum Schutz über den Artikeln im Souvenirshop bei Renovierungsarbeiten im DDR-Museum.
Planen liegen zum Schutz über den Artikeln im Souvenirshop bei Renovierungsarbeiten im DDR-Museum.  © Carsten Koall/dpa

Im Hotel nebenan gehen die Aufräumarbeiten ebenfalls weiter. "Die Hotellobby ist inzwischen vollständig geräumt, der Abtransport der Acrylelemente zur näheren Untersuchung verläuft planmäßig", teilt der Sprecher des Gebäudeeigentümers mit.

Im betroffenen Gebäudeteil haben demnach diese Woche die ersten Abbrucharbeiten begonnen, ab der kommenden Woche soll für etwa drei Monate entkernt werden.

Im DDR-Museum hat man die Gelegenheit genutzt, das Museum gleich neu zu gestalten. "Das neue Konzept ist ganz klar: Das Museum fit zu machen für die nächsten 20 Jahre", sagt Kaminsky.

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Hier sollen die Besucher Geschichte anfassen können: einmal in einem echten Trabant fahren oder durch eine DDR-Plattenbauwohnung flanieren. Aber auch das Unrechtssystem wird beleuchtet - unter anderem in einer Stasi-Haftzelle und einem Bereich zur Propaganda.

Neu hinzugekommen ist unter anderem ein Originalteil der Berliner Mauer, das fortan mitten im Museum besichtigt und angefasst werden kann. So solle auch die deutsche Teilung intensiver dargestellt werden, sagte von Gordin.

Dennoch blicken der Direktor und der Geschäftsführer nun nach vorne. "Das Datum steht, das ist sicher. Dass wir fertig werden, ist auch sicher", sagt von Gordin. "Wir eröffnen am 1. April und freuen uns natürlich über jeden Besucher".

Titelfoto: Carsten Koall/dpa

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