Hamas-Anklage in Berlin: Männer sollen Waffen für Anschlag beschafft haben

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Von Jacqueline Melcher, Marion van der Kraats, Marco Krefting

Berlin/Karlsruhe - Die Bundesanwaltschaft hat in Berlin Anklage gegen sieben mutmaßliche Mitglieder der islamistischen Terrororganisation Hamas erhoben.

Die Männer werden nun dem Bundesgerichtshof vorgeführt.
Die Männer werden nun dem Bundesgerichtshof vorgeführt.  © Philipp von Ditfurth/dpa

Zum zweiten Jahrestag des Überfalls auf Israel soll die Hamas im vergangenen Jahr in Deutschland oder Österreich einen Mordanschlag auf Repräsentanten Israels, Juden oder Unterstützter geplant haben.

Als sogenannte Auslandsoperateure sollen sie Waffen und Munition für die Vereinigung beschafft haben, so der Vorwurf der Behörde.

Ein weiterer Beschuldigter wird den Angaben nach gesondert verfolgt, weil er noch in Großbritannien in Auslieferungshaft ist. Zuvor hatte die "Welt" berichtet.

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Die Bundesanwaltschaft legt den Männern mit unterschiedlichen Staatsangehörigkeiten die Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung und die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat zur Last. Zudem gehe es um Verstöße gegen das Waffenrecht und in einigen Fällen gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz. Der Staatsschutzsenat des Kammergerichts Berlin muss entscheiden, ob und wann es zum Prozess kommt.

Die sieben Beschuldigten sitzen teils seit mehreren Monaten in Untersuchungshaft. Anfang Oktober 2025 hatte die Bundesanwaltschaft zunächst drei von ihnen in Berlin festnehmen lassen.

Bis dahin hatte die Gruppe ein funktionsfähiges vollautomatisches Gewehr, 13 Pistolen und mehr als 700 Schuss Munition besorgt, so die Behörde. Einen Teil davon soll der inzwischen in Großbritannien Inhaftierte nach Wien geschafft und dort eingelagert haben.

Die Festgenommenen wurden nach Karlsruhe gebracht und dort einem Ermittlungsrichter vorgeführt.
Die Festgenommenen wurden nach Karlsruhe gebracht und dort einem Ermittlungsrichter vorgeführt.  © Philipp von Ditfurth/dpa

Nicht der erste Gerichtsprozess gegen Hamas

Bereits Ende März hatte das Kammergericht Berlin vier Männer zu Haftstrafen zwischen viereinhalb und sechs Jahren verurteilt.
Bereits Ende März hatte das Kammergericht Berlin vier Männer zu Haftstrafen zwischen viereinhalb und sechs Jahren verurteilt.  © Fabrizio Bensch/Reuters Pool/dpa

Bereits vor längerer Zeit habe der militärische Flügel der Hamas begonnen, Waffendepots in Europa anzulegen, teilte die Bundesanwaltschaft mit. Den Erkenntnissen nach sollen hochrangige Hamas-Funktionäre die Beschuldigten beauftragt haben, Waffen und Munition in Deutschland zu beschaffen.

Spätestens seit Juli 2025 habe die Hamas "einen konkreten Mordanschlag in Deutschland oder Österreich gegen Repräsentanten Israels, Menschen jüdischen Glaubens oder proisraelisch eingestellte Personen" geplant.

Die Hamas ist verantwortlich für den Terrorangriff auf Israel am 7. Oktober 2023, bei dem 1.200 Menschen getötet und mehr als 250 Menschen als Geiseln genommen wurden, und der den Gaza-Krieg auslöste. Kurz darauf hatte die damalige Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) ein Betätigungsverbot für die in Europa als Terrororganisation eingestufte Gruppe ausgesprochen.

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Es ist nicht das erste Verfahren der Bundesanwaltschaft gegen mutmaßliche Hamas-Mitglieder. Ende März hatte das Kammergericht Berlin vier Männer zu Haftstrafen von viereinhalb bis sechs Jahren verurteilt. Nach Überzeugung des Gerichts waren sie als Auslandsoperateure für Waffendepots in mehreren europäischen Staaten zuständig, die für Anschläge genutzt werden sollten.

Der Staatsschutzsenat sprach sie der Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung schuldig. Über Kontakte zwischen den vier Männern und den nun jüngst Angeklagten war bisher nichts bekannt.

Erstmeldung am 11. September um 13.37 Uhr, aktualisiert um 13.45 Uhr

Titelfoto: Philipp von Ditfurth/dpa

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