Judenhass bei Wahlkampf-Konzert: Berliner Linke muss sich erklären
Berlin - Der Rapper Dahabflex sorgte bei einer Wahlkampfveranstaltung in Neukölln mit israelfeindlichen und gewaltverherrlichenden Parolen für Aufregung. Nun gerät der Berliner Landesverband der Linken zunehmend unter Druck.
Am Samstagabend trat der Rapper bei einer Kundgebung der Linken in Neukölln auf. Bei seinem Auftritt rief er unter anderem zur Intifada und zum Tod der israelischen Armee auf.
Nach Angaben vom "Tagesspiegel" tanzten zahlreiche Besucher dazu, sangen die Parolen mit und schwenkten eine Palästina-Flagge. Einzelne Teilnehmer sollen sich zudem vermummt haben.
Der Auftritt sorgt nun parteiübergreifend für Kritik. Gegenüber dem "rbb" sagte SPD-Politiker Stefan Krach (47): "Die Linke wusste, wen sie sich da einlädt." CDU-Politiker Steffen Evers (46) sprach sogar von einem "strukturellen Problem der Berliner Linken".
Auch Grünen-Politiker Werner Graf (46) erhöht den Druck. Die Linke stehe nun "in der Beweispflicht" und müsse zeigen, wie sie mit dem Vorfall umgehe.
Uneinigkeit in der Linken nach dem Auftritt
Linken-Landeschefin Kerstin Wolter (40) verurteilte den Liedtext ebenfalls scharf. Sie sei "stinksauer". Auch Spitzenkandidatin Elif Eralp (45) zeigte sich entsetzt. Aufrufe zur Tötung von Zivilisten und Soldaten seien "absolut inakzeptabel" und hätten in der Partei keinen Platz.
Sie forderte Aufklärung und Konsequenzen und kündigte einen Fünf-Punkte-Plan an. Wer nicht hinter den Grundsätzen stehe, spreche demnach nicht im Namen der Partei.
Die Neuköllner Linke erklärte, der Song "Stop the Genocide" sei nicht Teil des zuvor abgesprochenen Programms gewesen und am Ende spontan aufgeführt worden. Kreisverbandschefin Jorinde Schulz (37) sieht darin jedoch offenbar keinen Grund, sich von Dahabflex oder dem Titel zu distanzieren. Man stehe hinter dem Song und seinen Inhalten.
Für die Berliner Linke ist der Streit damit längst nicht ausgestanden. Für Spitzenkandidatin Elif Eralp kommt der Eklat nur wenige Wochen vor der Abgeordnetenhauswahl denkbar ungelegen.
Titelfoto: Bildmontage: Screenshot/instagram/dahabflex, Bernd von Jutrczenka/dpa

