Berlin - Am 31. Oktober ruft die "Gen Z regelt" bundesweit zu Protesten auf. Auch in Berlin mobilisiert die Gruppe zu Demonstrationen.
In ihrem Protestaufruf heißt es: "Der Funke ist nach Deutschland übergesprungen." Nach Angaben der Organisatoren haben sich bereits rund 8000 Menschen in Berlin angemeldet. Geplant ist der Protest ab 14 Uhr am Brandenburger Tor.
In Frankreich protestieren Jugendliche aus Frustration über Regierungen und das gesellschaftliche Establishment. Dabei kam es teilweise zu heftigen Ausschreitungen. In Paris wurden Gebäude und Geschäfte schwer beschädigt.
Dabei geht es längst um mehr als marode Schulgebäude. Auch steigende Lebenshaltungskosten, Aufrüstung und Wehrpflicht stehen in der Kritik. Ein Protestziel reiht sich an das nächste und verstärkt die Frustration über die politische Führung.
Die diffuse Ausrichtung des Protests scheint sich auch in der Organisation fortzusetzen. Wie der "Tagesspiegel" berichtet, sollen mehrere Aktivisten die Berliner Initiative wegen ihrer mangelhaften und "suspekten" Organisationsstrukturen verlassen haben.
Dem Bericht zufolge soll nur noch eine 48-jährige Frau übrig geblieben sein. Die Ausgetretenen warnen zudem, dass ähnliche Probleme auch in den anderen Ortsgruppen erkennbar seien.
DPolG-Bundesvorsitzender Heiko Teggatz: "Gruselige Linksextremisten oder Islamisten brauchen ohnehin keine Maske"
Während sich "Gen Z regelt" als Sprachrohr junger Menschen versteht, distanziert sich die Bundesschülerkonferenz von den Aufrufen der Initiative. Zwar unterstützt sie Schülerinnen und Schüler, die sich für ein besseres Bildungssystem einsetzen. Zugleich kritisiert sie die undurchsichtigen Organisationsstrukturen.
Die Schülervertretungen der Länder sehen die Gefahr, dass die Sorgen und Anliegen junger Menschen von der Gruppe instrumentalisiert werden könnten.
Offiziell ruft die Gruppe zu friedlichen Protesten auf. Auf Instagram schlägt die Initiative allerdings einen deutlich schärferen Ton an. In ihren Beiträgen bezeichnet sie die Polizei als "Schlägertrupps" in Helmen und mit Knüppeln.
Zudem rufen die Organisatoren dazu auf, sich bei "kämpferischen Demos" weder einschüchtern noch spalten zu lassen. Dabei nehmen sie offenbar Bezug auf die gewaltsamen Auseinandersetzungen bei Protesten in Frankreich.
Damit könnten sich auch die Befürchtungen von Brandenburgs Innenminister Jan Redmann (46, CDU) bestätigen. Er warnte vor "französischen Verhältnissen" und davor, dass es das Ziel sein könnte, "Dinge gezielt aus dem Ruder laufen zu lassen".
Auch die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) blickt mit Sorge auf die bevorstehenden Demonstrationen. Sie fordert ein konsequentes Vorgehen gegen Gewalt und Verstöße gegen das Vermummungsverbot. Zudem warnt sie davor, dass gewaltbereite extremistische Gruppen die Proteste unterwandern könnten.
"Gruselige Linksextremisten oder Islamisten brauchen ohnehin keine Maske. Wenn sie diesen Tag nutzen, um vermummt Straftaten zu begehen, werden meine Kolleginnen und Kollegen hart durchgreifen", kündigte DPolG-Bundesvorsitzender Heiko Teggatz an.